Vorsicht vor folgenden weit verbreiteten Ratschlägen – „Benutzung auf eigene Gefahr“ …

Aufgrund eines aktuell veröffentlichten YouTube-Kommentars in Bezug auf unser neues Video „Einfach widersprechen? Organspende-Widerspruch im Fokus“, nehmen wir diesen zum Anlass, um Sie vor folgenden mitunter weit verbreiteten „Ratschlägen“ zu warnen. Wir können nicht oft genug betonen, dass Organspenderegelungen keine Spielwiese für Laien  und hier unbedingt Vorsicht geboten ist:

1. Beginnen wir mit dem Kommentar auf YouTube:

Eine deutsche Staatsbürgerin, die sich öfter in Portugal aufhält, hat konkret auf einen Gesetzestext verwiesen, Zitat: „Ausländer ohne Daueraufenthalt zB Touristen brauchen das (Anmerkung: Widerspruch) nicht, da sie als Organspender nicht infrage kommen. für Ausländer gilt: Lei n.o 22/2007/de 29 de Junho – 6—A dádiva e acolheita de órgãos ou tecidos não regeneráveis, que envolvam estrangeiros sem residência permanente em Portugal, só podem serfeitas mediante autorização judicial. D.h. heisst, dass Ausländern ohne eine Daueraufenthaltsgenehmigung (Residência Permanente) Organe und andere nicht erneuerbare Gewebe nur mit einem Gerichtsbeschluss entnommen werden dürfen.“

Meine Antwort darauf (gekürzt – die vollständigen Antworten können Sie bei uns auf YouTube nachlesen):

“ …danke für Ihre Eingabe, allerdings müssen wir diese berichtigen. Auch möchten wir gleichzeitig darauf hinweisen, wenn Sie Bezug auf einzelne Gesetzesstellen nehmen, diese dann aber auch stimmen müssen und  daher auch ebenso höflich auf die Verantwortung hinweisen möchten, die man natürlich damit eingeht, denn mit falschen Hinweisen können andere Menschen schwer zu Schaden kommen, insofern, auch wenn Sie persönlich des Portugiesisch mächtig sind und auch gerne im Gegensatz zu den meisten Menschen Gesetzestexte lesen, dies dann aber bitte umfassend und genau zu tun.

Ihre zitierte Rechtspassage existiert und stimmt auch …  das ist richtig. ABER! Der Fehler, der Ihnen hier unterlaufen ist und auf Basis dessen Sie Ausländern bzw. Touristen nun pauschal den Rat geben, sie müssten keine Vorsichtmaßnahmen ergreifen – STIMMT NICHT!

Warum? Der von Ihnen verwendete Paragraph bezieht sich –> AUSSCHLIESSLICH auf Lebendspenden! Dieser Passus gilt aber NICHT für „Organspenden“, die an Menschen z.B. nach einem Unfall, Erkrankung, Gewaltopfer, etc. vorgenommen und die trotz aller biologischen Lebenszeichen de jure für „hirntot“ erklärt werden. Genaue Informationen zu diesem erfundenen Rechts-Tod finden Sie übrigens auf unserer Webseite www.orgaNOsProtection.com.

Fazit: Bei Lebendspenden von Ausländern (Non-Resident) ist also ein Gerichtsbeschluss in Portugal notwendig, bei Organentnahmen auf Basis des kontroversen „Hirntod-Konzeptes“ allerdings NICHT und sollten daher Urlauber durch einen entsprechenden Widerspruch auf Portugiesisch vorgesorgt haben.
Vorsicht also vor etwaigen Eigen-Interpretationen von Gesetzestexten!

 2. „Diese Organspenderegelungen einzelner Länder kann man einfach googeln“

Akribische Überprüfungen durch uns über mehr als 61 Webseiten/international (Organspende Pro und Contra-Webseiten, Presseartikel, Blogs, Krankenkassen-Seiten, Wikipedia etc.)

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Video: „Einfach“ widersprechen? – Organspende-Widerspruch im Fokus

Das neue orgaNOs Video soll Ihnen Einblicke in die Komplexität länderspezifischer Organspenderegelungen gewähren sowie die mitunter hochbürokratischen Auflagen für einen korrekten Widerspruch aufzeigen, die auch bei jeder Urlaubs- und Geschäftsreise zu berücksichtigen sind.

Dauer: 4 Minuten

Zum Start klicken Sie einfach auf das untere Bild.

 

„Einfach widersprechen?“ Organspende-Widerspruch im Fokus

Urlaubsziele: Spanien und Dominikanische Republik

Was Sie unbedingt über diese Reiseländer wissen sollten

Spanien ist für die meisten EU-Länder wichtigstes Ziel des Ausreiseverkehrs. Bei den insgesamt 60 Millionen Touristen aus aller Welt, die Spanien besuchen, liegt Deutschland an zweiter Stelle, gleich hinter den Briten.

Was allerdings die wenigsten wissen: In Spanien können Sie Organspender wider Willen werden
In Spanien gilt, was Organspende betrifft, die Widerspruchsregelung. Hier geht der Gesetzgeber grundsätzlich von einer Bereitschaft zur Organspende bei fehlendem Widerspruch zu Lebzeiten aus. Das bedeutet, dass ein schriftlicher Widerspruch, auf Spanisch (nicht auf Deutsch) unerlässlich ist, will man sich vor einer Explantation schützen.

Spanien ist übrigens weltweiter Rekordhalter, was die Anzahl an durchgeführten Explantationen betrifft. Gemäß Organización Nacional de Trasplantes (ONT) war 2013 sogar das Jahr mit den höchst erreichten Zahlen. ONT führt dies u.a. auf mehrere Faktoren zurück:

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Unfassbar: Ein betroffener Vater erzählt …

Die traurige Geschichte eines betroffenen Vaters, dessen 24-jähriger Sohn verstorben ist und der auf schrecklichste Art und Weise erfahren musste, dass laut Gesetzgebung in Deutschland nur 1 mündlich ausgesprochenes Ja 1 Elternteiles für das Inkrafttreten der Maschinerie „Organentnahme“ ausreicht und als unwiderruflich gilt, solange eine Einspruchsfrist nicht schriftlich festgehalten wird.

Ein dramatisches Beispiel, das aufzeigt, wie wichtig es ist, bereits zu Lebzeiten einen schriftlichen Widerspruch verfasst zu haben.

Wir trauern mit Uwe Müller und empfinden das allertiefste Mitgefühl. Wir wünschen ihm alles erdenklich Gute für den weiteren Lebensweg und vor allen Dingen viel Kraft, um wieder Freude in seinem Leben finden zu können.

Herzlichen Dank an Uwe Müller, mit dessen Erlaubnis wir seinen Erfahrungsbericht hier online stellen (Original nachzulesen unter: www.robbymüller.de).

Hier der Erfahrungsbericht von Uwe Müller:

Liebe Freunde und Bekannte,
Werte interessierte Besucher und Gäste,
ich frage mich, wie ich diesen Bericht kurz einleiten könnte… Es war die schlimmste Zeit und die schrecklichste Erfahrung meines bisherigen Lebens. Ich , beinahe 48 und näher an der Rente als an der Jugend , hatte mir bisher noch keine Gedanken über Tod, Betreuungsverfügung oder Organspenden gemacht; geschweige denn die gesamten Gesetze und Verfahrensweisen hinterfragt…    Dies hat sich in den letzten Tagen durch den schrecklichen Unfall meines Sohnes und den daraus resultierenden Begleitumständen grundlegend geändert. Die Resonanz eines jeden Lesers sollte darin bestehen, eventuell getroffene Entscheidungen zu überdenken und sich umfassend über die Tatsachen zu informieren, die uns allen größtenteils verschwiegen werden. Ein Versäumnis in dieser Richtung ist irgendwann vielleicht unumkehrbar und bringt für Betroffene und Beteiligte ein viel größeres Maß an Leid als die so schon tragischen Schicksalsschläge, die wir gelegentlich ertragen müssen …

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