Eine Tote – Abbruch einer geplanten Organentnahme – Widersprüche

So lautet es in der „Ärzte Zeitung“ vom 10.02.2016:

Eine geplante Organentnahme in Bremerhaven scheitert – warum? Auf der Suche nach Antworten stößt eine Expertenkommission an ihre Grenzen. Denn die Zeugenaussagen verstricken sich in Gegensätze.

Verwirrung bei der Hirntod-Diagnose, eine mutmaßliche Urkundenfälschung und Unstimmigkeiten im OP – elf Monate hat es gedauert, bis die Prüfungs- und Überwachungskommission der Bundesärztekammer (BÄK) einen Bericht zur vorzeitigen Beendigung einer Organentnahme im Bremerhavener Klinikum Reinkenheide von Ende 2014 veröffentlichte. Nun liegt der Bericht vor. Alles kann er nicht aufklären.

In das Klinikum Reinkenheide war Ende 2014 eine verunglückte Frau mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma eingeliefert worden. Die Zustimmung zur Organentnahme lag vor. Aber kurz vor der Organentnahme wurde bei bereits geöffnetem Körper der Prozess abgebrochen. Was war geschehen?

Ablauf und Ergebnisse der klinischen Feststellung des Hirntodes seien unter den Beteiligten „unstreitig“, so der Bericht. „Streitig“ dagegen seien die Abläufe der abgebrochenen Organentnahme, „da das Klinikum und die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) im Nachhinein versucht haben, die Verantwortung für die gescheiterte Organentnahme der Gegenseite zuzuschieben“, heißt es im mit vielen Schwärzungen versehenen Bericht. Beide Seiten hätten insoweit „die Abläufe nicht zutreffend geschildert“.

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