Hirntot aufgrund fehlgeschlagenem Medikamententest

Ein Hirntoter und vier Schwerverletzte – das ist die traurige Bilanz eines fehlgeschlagenen Medikamententests in Frankreich. Wie die französische Regierung und ein behandelnder Arzt am Freitag in Rennes mitteilten, wurden nach der Einnahme des Wirkstoffs gegen Schmerzen insgesamt sechs Menschen ins Krankenhaus gebracht. Die Regierung stufte das Unglück als das schlimmste dieser Art in Frankreich ein.

„Ich kenne keinen vergleichbaren Fall“, sagte Gesundheitsministerin Marisol Touraine auf einer Pressekonferenz in der bretonischen Hauptstadt Rennes, wo die Verletzten bereits seit mehreren Tagen behandelt werden. Insgesamt sollten an der Studie 128 gesunde Probanden zwischen 18 und 55 Jahren teilnehmen, von denen 90 den Wirkstoff bereits in verschiedenen Dosen einnahmen. Andere der freiwilligen Testpersonen bekamen ein Placebo.

Welcher Wirkstoff zum Einsatz kam, blieb zunächst unklar. Aus Ermittlerkreisen verlautete, dass mit dem Medikament Schmerzen, aber auch Stimmungsschwankungen wie Angstzustände behandelt werden können. Nachdem es zunächst auch geheißen hatte, der Wirkstoff enthalte Cannabinoide, sagte Gesundheitsministerin Touraine später, dies sei nicht der Fall.

Geklärt ist indes, dass es sich um neurologische Beschwerden handelt, unter denen die Patienten nun leiden. Pierre-Gilles Edan von der behandelnden Klinik in Rennes sagte, bei dem ersten Probanden, der am Sonntag eingeliefert wurde, seien die Ärzte zunächst von einem Schlaganfall ausgegangen. „Sein Zustand hat sich sehr schnell verschlechtert, heute wurde er für hirntot erklärt.“ Bei drei weiteren Patienten bestehe die Gefahr bleibender Nervenschäden, sagte Edan, das sei aber noch nicht sicher – Originalartikel hier

Professor Gilles Edan erklärte weiters, dass derzeit noch keine Prognose zum Zustand der Verletzten abgegeben werden könne. Bei Phase 1 wird der Wirkstoff an gesunden Freiwilligen auf seine sichere Anwendung und Verträglichkeit getestet. Zwischenfälle oder Nebenwirkungen müssen den Behörden immer sofort gemeldet werden. Je vorsichtiger bei Arzneimitteltests vorgegangen werde, desto länger und teurer würden sie, sagte Lauterbach.
Allein in Deutschland werden jährlich rund 1.200 solcher Studien durchgeführt, an denen insgesamt etwa 10.000 Probanden beteiligt sind. „Deshalb ist es ein absolut außergewöhnliches Ereignis, dass bei so einer frühen Testphase ein Teilnehmer stirbt oder in ein Krankenhaus kommt“, erklärte Rolf Hömke vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA). Mehr Infos hier 
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Spanien – erneut Weltrekord bei Organspenden

MADRID. Spanien hat letztes Jahr erneut einen Organspendenrekord aufgestellt. Die Zahl der Spender stieg 2015 im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent.

Mit 39,7 Organspendern pro eine Million Einwohner belegt Spanien damit den weltweiten Spitzenplatz. Zum Vergleich: Deutschland kommt auf 8,2 Organspender je eine Million Bürger.

Wie die Nationale Organisation für Transplantationen (ONT) am Dienstag in Madrid bekanntgab, wurden in Spanien 2015 insgesamt 4769 Organe transplantiert. „Das entspricht rund 13 Transplantationen pro Tag“, erklärte ONT-Direktor Rafael Matesanz in Madrid.

Der Grund für die hohen Organspendenzahlen liegt neben der sehr aktiven Arbeit der ONT vor allem im spanischen Gesundheitsmodell. In Spanien gilt nämlich die Widerspruchslösung. Das heißt, jeder, der nicht ausdrücklich zu Lebzeiten widersprochen hat, seine Orange spenden zu wollen, kann hier nach seinem Tod automatisch bzw. ungefragt zum Organspender werden.

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