Neue Organspende-Kampagne: Werbung oder Propaganda?

„Ich entscheide…“ oder wird für mich entschieden?

Um herauszufinden, ob es sich bei der Organspende-Werbung um Propaganda handelt, muss man erst verstehen, was Propaganda ist:

Laut Politik-Lexikon bedeutet das lateinische Wort propagare auf Deutsch erweitern oder ausdehnen. Propaganda bedeutet also die gezielte und systematische Verbreitung von Ideen, Weltanschauungen oder Meinungen. Bei politischer Propaganda geht es auch um die Manipulation von Meinungen und Einstellungen, deshalb hat dieser Begriff auch einen negativen Beigeschmack.

Die Bundeszentrale für politische Bildung fasst zusammen:
Propaganda ist der Versuch der gezielten Beeinflussung des Denkens, Handelns und Fühlens von Menschen. Wer Propaganda betreibt, verfolgt damit immer ein bestimmtes Interesse. In Verbindung mit dem Krieg machen Politiker und Militärs von Propaganda Gebrauch, um zum Beispiel die eigene Bevölkerung von einem Krieg zu überzeugen. Sie betonen die Notwendigkeit des Krieges (vernichtenswerte Feinde, Sicherheit der eigenen Bevölkerung, Absetzung eines brutalen Regimes etc.) und blenden alle anderen Aspekte aus (eigene Macht- und Wirtschaftsinteressen, ausgelöstes Kriegsleid, Kriegsverbrechen der eigenen Soldaten etc.).

Charakteristisch für Propaganda ist, dass sie die verschiedenen Seiten einer Thematik nicht darlegt und Meinung und Information vermischt. Wer Propaganda betreibt, möchte nicht diskutieren und mit Argumenten überzeugen, sondern mit allen Tricks die Emotionen und das Verhalten der Menschen beeinflussen, beispielsweise indem sie diese ängstigt, wütend macht oder ihnen Verheißungen ausspricht. Propaganda nimmt dem Menschen das Denken ab und gibt ihm stattdessen das Gefühl, mit der übernommenen Meinung richtig zu liegen.

Hier zeigt sich der große Unterschied etwa zur journalistischen Information: Journalisten betreiben Aufklärung, indem sie alle verfügbaren Fakten und Hintergründe darlegen und die Menschen selbst entscheiden lassen, was richtig und was falsch ist.

Sehen wir uns in diesem Zusammenhang die Organspende-„Werbung“ einmal an:

Handelt es sich hier um gezielte und systematische Verbreitung einer Meinung? Ja.
Gezielt, da ausschließlich pro Organspende geworben wird und Prominente gezielt eingesetzt werden, um diese Meinung verstärkt zu beeinflussen. Systematisch, da immer wieder großflächige und unterschiedlich angelegte Kampagnen gestartet werden und sämtliche Medien hierfür zum Einsatz kommen.

Wird ein bestimmtes Interesse damit verfolgt? Ja.
Die Menschen dazu zu bewegen, sich für die Organspende zu entscheiden.

Werden verschiedene Seiten der Organspende nicht dargelegt? Ja.
Es wird weder in der Organspende-Kampagne noch auf dem Organspendeausweis selbst in irgendeiner Weise auf die Schattenseiten der Organspende hingewiesen wie z.B., dass Organe nur von lebenden Spendern entnommen werden können, dass sich schon seit Jahrzehnten renommierte Experten gegen das Hirntod-Konzept aussprechen, dass gravierende Fehler bei Hirntod-Diagnosen unterlaufen etc.

Außerdem wird nicht darauf hingewiesen, dass auch in Urlaubsländern mit Widerspruchsregelung, wo man bereits automatisch Organspender „ist“ und zu Lebzeiten schriftlich dagen widersprechen muss, Vorsicht geboten ist, da die jeweiligen Auflagen für einen gültigen Widerspruch variieren – in einigen Ländern gibt es Register, in die man sich (in jeweiliger Landessprache!) eintragen muss, in anderen sind eigene Dokumente notwendig, um eine ungewollte Explantation zu verhindern. Der viel umworbene Organspendeausweis der BZgA mit einem angekreuzten NEIN, mittlerweile in 23 verschiedenen Sprachen erhältlich, schützt Sie in vielen Ländern NICHT – doch nirgendwo ein Hinweis auf derartige Regelungen und Unterschiede – stattdessen werden Menschen mit diesem „Ausweis“ in falscher Sicherheit gewogen und glauben, dieser gilt für die gesamte Welt.

Werden Mittel eingesetzt, um die Emotionen und das Verhalten der Menschen zu beeinflussen? Ja.

  • Indem z.B. Bilder und Berichte ausschließlich „glücklicher“ Organempfänger gezeigt werden, um den Anschein zu erwecken, dass nur Gutes durch die Organspende erreicht wird – was aber ist mit den Negativ-Statistiken? Sterbe-Raten? Leidensweg der Organempfänger, verursacht durch die Immunsuppressiva? etc. – kein Wort davon.
  • Indem laufend an die „Bürgerpflicht“ erinnert und versucht wird, ein schlechtes Gewissen einzureden, wer nicht zur Organspende bereit ist
  • Indem permanent Bilder, Einzelschicksale und Zahlen hoffender Organempfänger, die auf der Warteliste stehen, veröffentlicht werden, um die Menschen traurig zu stimmen und zum Handeln zu veranlassen
  • Indem Promis für die Kampagne eingesetzt werden, die ihre Meinung (ausschließlich pro Organspende) äußern, um die Massen zu beeinflussen. Schauspieler, Komiker, Sportler etc., die in Wahrheit keine Ahnung von diesem Thema haben (und auch kein echtes Interesse, wie unsere bisherige Promi-Aufklärungskampagne gezeigt hat).
  • Indem denjenigen, die im blinden Vertrauen den zensierten Spendeausweis unterschreiben, „Helden-Status“ verliehen wird (vgl. Verein „Junge Helden“..)
  • Uvm.

Die neue gestartete Organspende-Kampagne steht unter dem Motto: „Ich entscheide. Informiert und aus Verantwortung“.

Von „informiert“ kann ja wohl kaum die Rede sein, wenn wichtige Informationen, die die „Pro-Entscheidung“ ins Wanken bringen würden, unterschlagen werden.

Und „aus Verantwortung“ … Immer ist von der Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen die Rede. Was ist aber mit der Verantwortung unserer Familie gegenüber? Nahezu mit kaltblütiger Selbstverständlichkeit wird verlangt, dass Angehörige einfach stillschweigend zurücktreten, um ihr Familienmitglied zu opfernnoch lebend, um hinterher nur mehr die übrig gelassenen Reste begraben zu können. Was wird Angehörigen hier abverlangt?

Die Anzeigen der neuen Kampagne sollen in „auflagenstarken“ Zeitungen und Zeitschriften geschaltet werden. In der Außenwerbung sollen 10.000 Großflächenplakate und 13.000 City-Light-Poster platziert werden. Die Kampagne läuft bis zum Dezember. Der Gesamtetat der BZgA für die Organspendeaufklärung beträgt in diesem Jahr nach dem jüngst beschlossenen Bundeshaushalt, 7,5 Millionen Euro, heißt es in der Ärztezeitung.

…. So viel zu „gezielte und systematische Verbreitung“.

Auch interessant in diesem Zusammenhang zu erwähnen, ist der neue Blog http://www.organspende-geschichten.de/ vom Bundesministerium für Gesundheit, bei dem auch eine Kolumne JA/NEIN zur Organspende eingerichtet wurde.

Bei dem Versuch hier über die negative Seite der Organspende etwas zu posten, wurde unser Kommentar, wie nicht anders zu erwarten, nicht freigeschaltet! Eindeutiger Beweis dafür, wie Informationen gefiltert und der Eindruck erweckt werden soll, dass es keine negativen Meinungen zu diesem Thema gibt.

Gleiches auf dieser Seite: http://www.organpaten.de/diskutieren/pro-contra

Und auf dieser Seite: http://www.rtl.de/cms/ratgeber/organspende-organspendeausweis-bestellen-und-leben-retten-3526-6e4e-17-112544.html und noch viele andere Seiten, die angeblich „informieren“.

Will man zu den Schattenseiten der Organspende etwas posten, wird es einfach nicht freigeschaltet.

Und noch ein sehr interessantes Faktum.
Wir haben einmal einzelne Todesursachen bzw. Sterberaten miteinander verglichen (diese Zahlen betreffen ausschließlich Deutschland):

Todesursache daran sterben jährlich ca. daran sterben täglich ca.
Krebserkrankungen 221.000 605
Rauchen 110.000 – 140.000 300-400
Passives Rauchen 3.300 – 3.400 9
Lungenentzündung 35.000 96
Sepsis (Blutvergiftung) 50.000 137

Und nun im Vergleich dazu:
Von Menschen mit Organerkrankungen sterben, weil sie vergeblich auf ein Organ warten, täglich: 3

Nun stellt man sich natürlich als denkender Mensch die Frage, wieso werden 7,5 Mio. Euro ausgerechnet in den Bereich investiert, der im Vergleich zu den anderen, als am wenigsten dringlich erscheint?

Nehmen wir nur einmal Sepsis genauer unter die Lupe: Eine Studie von Dr. Frank Martin Brunkhorst, Studienkoordinator des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten SepNet zeigte, dass, „Nach den neuen Daten die Sepsis die dritthäufigste Todesursache in Deutschland ist. Zwei Drittel der Betroffenen erwerben die Sepsis durch eine Infektion im Krankenhaus, sagte der Intensivmediziner in einem Interview mit der Kölnischen Rundschau (rundschau-online.de). Laut einer Studie ließe sich ein großer Teil durch eine konsequentere Handdesinfektion in den Kliniken vermeiden. Die Krankenhaussterblichkeit ist alarmierend hoch, sie lag bei 28,6 Prozent. Das alleine sind 50.100 Todesfälle im Jahr.

Und trotzdem wird anscheinend mit allen Mitteln versucht, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den Bereich der Organspende zu lenken.

Wieso? Hat es womöglich damit zu tun, dass dieser Bereich den meisten Gewinn abwirft? „Der Markt der Transplantations- und Pharmaindustrie ist Milliarden von Euro schwer“, schreibt der Sachbuchautor Richard Fuchs. Allein der Markt für die Immunsuppressiva, die die Abstoßung des fremden Organs unterdrücken, umfasse jährlich 1,6 Milliarden Euro.

Das ist also „des Pudels Kern“.

Ob es sich bei der Organspende-Kampagne nun um herkömmliche Werbung oder Propaganda vom Feinsten handelt, kann jeder natürlich für sich selbst entscheiden.

 

Für all jene, die an unzensierten Informationen interessiert sind und unsere neue animierte Aufklärungsinformation „Warum sagt uns das keiner?“ noch nicht kennen, hier noch einmal der Hinweis darauf (zum Start einfach auf das Bild klicken):

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Außerdem unsere Informationsseiten:

Germany-Flag-128     für Deutsche

Austria-Flag-128     für Österreicher und

Switzerland-Flag-128     für Schweizer

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