Offener Brief an Komiker Ralf Schmitz bezüglich seinem Organspende-Werbespot(t)

 

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Sehr geehrter Herr Schmitz,

mit großer Bestürzung sind wir auf Ihren Werbespot(t) für die Organspende „Kein Witz!“ und auch Ihr Interview, in dem Sie Ihre Beweggründe dafür erläutern, gestoßen und müssen Ihnen, entgegen Ihrer Meinung:

Humor dient als Türöffner, um festzustellen, ach so schlimm ist es gar nicht… Und gerade bei diesem Thema darf Humor ganz viel, ich trete niemandem auf die Füße (…) man muss es so wirklich sagen, dass es wirklich eine gute Sache ist“,

leider mitteilen, dass Sie damit völlig falsch liegen. Ich will Ihnen das gerne wie folgt begründen:

1. Auf der einen Seite, Herr Schmitz, haben wir die Organempfänger. Sehr kranke Menschen, die sich in ihrer Verzweiflung und Hoffnung auf ein besseres Leben sogar Organe von fremden Menschen einpflanzen lassen – oft mehrfache Operationen dafür notwendig sind, da das fremde Organ gleich zu Beginn abgestoßen wird. Ca. 30% von ihnen werden bereits im 1. Jahr sterben, weitere wenige Jahre später in Folge von Krebserkrankungen, Nierenversagen usw., verursacht durch die Immunsuppressiva, die sie gezwungen sind ein Leben lang einzunehmen. Von den psychischen Belastungen jetzt einmal ganz zu schweigen.

2. Auf der anderen Seite haben wir die Organspender, sterbende Menschen, die zum Zeitpunkt der Hirntod-Feststellung noch leben und de facto durch die Organexplantation grausam getötet werden.

3. Weitere Problematik: Untersuchungen haben gezeigt, dass es mitunter häufig zu Hirntod-Fehldiagnosen kommen kann und somit auch Patienten, die ev. noch eine Chance auf Genesung gehabt hätten, „irrtümlich“ als Organspender enden (https://organosinfo.wordpress.com/2014/03/03/gravierende-fehler-bei-hirntod-diagnosen/).

So viel zu „ach so schlimm ist es gar nicht..“

Und nun zu: „eine wirklich gute Sache“: Ein Fall, der sich vor ein paar Monaten in Indien ereignete: Ein 8-jähriges Mädchen wurde wegen Dehydrierung ins Krankenhaus

eingeliefert. Sie hatte eine Injektion erhalten, den Eltern wurde allerdings nicht erklärt wofür. Das Mädchen wurde danach für „tot“ erklärt und ohne Wissen bzw. Zustimmung der Eltern ihre Organe entnommen. Dazu muss man wissen, dass dort, genau wie in Deutschland, Zustimmungsregelung herrscht und in Indien darüber hinaus eine der mit Abstand aufwendigsten und bürokratischsten Zustimmungs-Prozedere gesetzlich vorgeschrieben ist.

Möchten Sie vielleicht die Eltern anrufen und ihnen mit „Humor“ näher bringen, dass das doch „wirklich eine gute Sache ist“ und dafür andere Menschenleben (vielleicht) gerettet wurden?

Jetzt werden Sie wahrscheinlich einwenden: „Na ja Indien …“. Nehmen wir ein Beispiel aus Europa, Schweden: Albtraum: Ein gelähmter Schlaganfall-Patient hört, wie Ärzte über seine Organentnahme diskutieren, kann sich aber nicht bemerkbar machen. „Ich konnte nichts tun. Ich konnte nur sehen und hören. Ich konnte meinen Körper nicht bewegen“, so berichtet er „The Telegraph“. (Näheres unter: http://www.organosprotection.com/organwelten.html zu lesen).

Geschätzter Herr Schmitz, ich persönlich bin der Meinung, dass Ihr Beruf sehr wichtig ist, gerade in der heutigen Zeit. Ich gebe Ihnen auch recht, dass Humor ein Türöffner für viele schwierige Bereiche sein kann – das Thema der Organspende ist es aber nicht. Es gibt Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen und zwar dort, wo der Spaß endet, und die Geschmacklosigkeit und Pietätlosigkeit beginnt.

Angesichts der Bedeutung des Themas und der weitreichenden Konsequenzen die Allgemeinheit betreffend, kann Ihnen daher leider der Vorwurf nicht erspart bleiben, sich nicht gründlich im Vorfeld mit allen Aspekten der Organspende auseinandergesetzt zu haben, bevor Sie mit Ihrem Namen dafür einstehen.

Unser Schreiben soll nun dazu dienen, Ihnen die Augen diesbezüglich zu öffnen. Dazu ist es vielleicht am besten, wenn Sie sich zunächst einmal unseren Opferausweis, den wir zu Aufklärungszwecken erstellt haben, auf unserer Webseite ansehen. Ein Pendant zum deutschen Organspendeausweis, nur mit dem Unterschied, dass hier auch die Schattenseiten, über die man nicht so gerne spricht, genannt werden.

Und dann sagen Sie uns, ob Sie nach Kenntnis all dieser Fakten immer noch bereitwillig diesen Ausweis unterschreiben würden:http://www.organosprotection.com/organopferausweisneu.html

 

Wir möchten auch gerne auf einige Ihrer Äußerungen im Interview näher eingehen und Sie um eine diesbezügliche Stellungnahme ersuchen:

1. Schmitz: „Ich finde es gut, dass ich helfen kann. (…) Gerade weil ich mich jetzt mehr mit diesem Thema beschäftigt habe, ist es mir zum Anliegen geworden und freue ich mich, dass ich mich so entschieden habe, hier mitzuwirken, weil, man muss es so wirklich sagen, es wirklich eine gute Sache ist„.

orgaNOs: Sie sagen, Sie haben sich mehr mit diesem Thema beschäftigt. Wie genau und wie umfassend haben Sie sich denn informiert? Wissen Sie um die Kontroversen, die bereits seit Jahrzehnten von Fachleuten und Ärzten zu diesem Thema aufgeworfen werden? (http://www.organosprotection.com/expertenbrief.html ) Wissen Sie z.B., dass der Organspender zum Zeitpunkt der Organentnahme noch lebt und erst durch die Transplantation getötet wird?

2. Hatten Sie vor dem Spot eine andere Haltung zur Organspende?
Schmitz: „Ich hatte schon Respekt davor, und habe jetzt durch die Beschäftigung mit dem Thema gelernt und erfahren, dass das natürlich Quatsch ist; dass man alle Freiheiten hat – man kann sich jeder Zeit entscheiden, dafür/dagegen, sogar näher und explizit, was man genau machen möchte, man kann also differenzieren und die ganzen Möglichkeiten sind wunderbar.“

orgaNOs: ?? Also vorher hatten Sie Respekt vor dem Thema und dann haben Sie festgestellt, dass das alles Quatsch ist (?) und Sie dann keinen Respekt mehr davor zu haben brauchen, oder wie jetzt? Wenn Sie uns das bitte etwas näher erläutern möchten.

Zu Ihrer Äußerung: „Man hat alle Freiheiten…“ hierzu, werter Herr Schmitz, möchten wir Sie aufklären, dass dies in Ländern mit Widerspruchsregelung (wie z.B. in Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Ungarn, Tschechien etc. etc.) nicht zutrifft, und Sie dort ungefragt und automatisch als Organspender gelten, sofern Sie nicht nach den hiesigen Regelungen auch schriftlich widersprochen haben.

Und dies betrifft nicht nur die Einheimischen, sondern kann Sie auch als Urlauber treffen, wenn Sie in einem solchen Land verunglücken, denn es gilt immer das Landesrecht des Unfalllandes, unabhängig Ihrer Staatsbürgerschaft. Natürlich habe ich die „Freiheit“ zu widersprechen (wenn man das so nennen möchte), aber dazu muss ich natürlich auch in jedem Land wissen wo und in welcher Form, und natürlich immer in Landessprache, versteht sich. Kein Witz!

Zu Ihrer Äußerung: „was man genau machen möchte … die ganzen Möglichkeiten sind wunderbar“. Na, das klingt ja nett, obwohl uns ehrlich gesagt nicht ganz klar ist, was Sie hier eigentlich beschreiben. Oder freuen Sie sich schon regelrecht darauf, wenn Sie festgeschnallt am OP-Tisch liegen und Ihnen der Blutdruck beim Ansetzen des Skalpells in die Höhe schnellen wird? Und können Sie sich denn bei all diesen „wunderbaren Möglichkeiten“ auch entscheiden, was Sie denn alles von sich herausgeschnitten haben möchten: Herz, Leber, Lunge, Knochen, Gewebe, vielleicht auch die Augen..? Oder darf es noch etwas mehr sein?

Geschätzter Herr Schmitz, entweder haben Sie von dem, was Sie hier von sich geben, überhaupt keine Ahnung (und das will ich hoffen – um Ihretwillen) oder ich muss Ihnen ernsthaft die Frage stellen: „Sind Sie noch ganz bei Trost?

3. Hat sich Ihr Blick auf die Organspende verändert?
Schmitz: „Ja klar – mein Blick ist entspannter geworden auf das gesamte Thema. … Man glaubt, das ist ein Berg … natürlich muss man sich informieren, man muss das durchlesen .. Und es ist nicht so „oh Gott, was muss ich da alles machen“ .. Es ist ganz simpel.. Man liest sich die wichtigen Eckpunkte durch oder man kriegt sie erzählt und dann druckt man sich diesen Ausweis aus, kreuzt an …und fertig! Wichtig ist nur, dass ich darüber nachdenke – diese Hürde muss ich nehmen, und dabei kann ich ein bisschen helfen.“

orgaNOs: Herr Schmitz, wie viel Zeit haben Sie sich denn insgesamt genommen, um „das“ durchzulesen, „die wichtigen Eckpunkte“, und dann husch husch ankreuzen und fertig? (ehrliche Antwort!) Was genau haben Sie denn da durchgelesen, hm? Dürfen wir annehmen, dass es sich ausschließlich um die „Eckpunkte“ der positiven Argumentation handelte?

Sie haben recht. Oberflächlich betrachtet erscheint immer alles simpel. Je weniger man über ein Thema Bescheid weiß, desto einfacher erscheint es. Für diejenigen, die nur 1+1 zusammenzählen können, erscheint die Mathematik wahrscheinlich auch simpel. Erst, wenn man sich eingehender mit einer Materie auseinandersetzt erkennt man, dass es doch viel mehr darüber zu wissen gibt, als man ursprünglich für möglich gehalten hätte. Macht natürlich aber auch mehr Arbeit.

Wenn man natürlich nur die Überschriften liest, und dann auch nur die positiven, dann ist man viel schneller fertig und erspart sich diesen ganzen „Berg“, wie Sie es nannten.

Wieso wenden wir das nicht gleich überall an: wozu langwierige Prozesse führen, erklären wir doch der Einfachheit halber gleich alle Angeklagten von vorneherein für „schuldig“, ohne uns mit dem ganzen „Berg von Details“ aufzuhalten? Es würden dann zwar ein paar Unschuldige darunter leiden, aber dafür ist es simpel und schnell. Und das ist ja anscheinend das Wichtigste, oder was meinen Sie?

4. Was ist das Besondere an dieser Produktion (dem Werbespot)?
Schmitz: „Wichtig ist ja auch, dass man Spaß hat – auch bei so einem „ernsten“ Thema (Anmerkung: macht die Fingerzeichen „“ dazu) Es bedeutet aber nicht, wenn ich lache, dass ich den Respekt verliere – das verwechseln ganz viele Menschen. Lachen bedeutet Aufmachen. Und das war wichtig zu demonstrieren: ich darf mich dem Ganzen mit Respekt und Lachen nähern. Fazit: Ich durfte so sein, wie ich bin – und es hat mir großen Spaß gemacht.“

orgaNOs: Geschätzter Herr Schmitz, ich glaube, Sie haben als professioneller Komiker schon etwas den Sinn fürs Reale verloren oder wieso setzen Sie dieses ernste Thema unter Anführungsstriche? Und NEIN, es muss nicht alles Spaß machen oder sind Sie nicht der Meinung, dass die Tötung von schwerkranken Patienten (Organspender) ein ernstes Thema ist? Sind Sie nicht der Meinung, dass das Spiel mit der Hoffnung, das mit schwerkranken Menschen getrieben wird (Organempfänger), ein ernstes Thema ist?

Verzeihen Sie mir, wenn ich das jetzt so offen ausspreche, aber für jemanden, der gedankenlos ist und sich nicht in das Leid anderer Menschen hineinversetzen kann bzw. will, ist es natürlich leicht Witze darüber zu reißen.

An dieser Stelle sei Stanislaw Jerzy Lec zitiert: „Gedankenlosigkeit tötet. Andere“

Was ist unser Appell an Sie?

Wir möchten Sie dringend ersuchen, die Informationen auf unserer Homepage: www.organosprotection.com und auf unserem Blog: www.organosinfo.wordpress.com gründlich durchzulesen. Dies wird zwar etwas Zeit in Anspruch nehmen, aber als Werbeträger für die Organspende sollten Sie sich schließlich dazu verpflichtet fühlen bzw. das Versäumte jetzt rasch nachholen.

Wir hoffen, dass Sie sich dann von dieser Werbung abkehren, zumindest für solange, bis sämtliche Zweifel aus dem Weg geräumt sind, und dies auch entsprechend öffentlich kundtun, denn Sie fördern hier, wissentlich oder unwissentlich, die Tötung von sterbenskranken Patienten.

Ich verbleibe in Erwartung Ihrer geschätzten Rückantwort
Ihr Roman Christian Renner

orgaNOs Global Protection Initiative

P.S. Zu Ihrer Information: Wir haben diesen Brief auf unserem Blog für unsere Leser veröffentlicht und werden auch Ihre diesbezügliche Stellungnahme dazu online stellen.

 

Lesen Sie dazu auch unseren Einleitungsartikel: „Denn sie wissen nicht, was sie tun – Wie die Oberflächlichkeit der Promis Menschen das Leben kosten kann“

 

Nachtrag: 30.06.2014: 2. Zustellung: Ihr Organspende-Werbespot(t)

Sehr geehrter Herr Schmitz,

leider haben Sie auf unseren ersten Brief vom 23. Mai in keinster Weise reagiert, deshalb sende ich Ihnen unser Schreiben heute noch einmal zu.

Ist Ihnen diese Angelegenheit wirklich keinen Kommentar wert? Wollen Sie das Gesagte alles so stehen lassen?

Ich möchte Sie hiermit noch einmal höflich, aber eindringlich, ersuchen, eine Stellungnahme dazu abzugeben.

Als jemand, der andere davon überzeugen will, diesen zensierten Organspendeausweis zu unterschreiben, bei dem die schockierenden Fakten einfach weggelassen werden, sind Sie das der Öffentlichkeit ja wohl schuldig.

Ab sofort gibt es übrigens auf unserer Webseite und unserem Blog eine neue animierte Darstellung als Aufklärungsinformation, die ich Ihnen ebenfalls dringend ans Herz legen möchte sich anzusehen. Dauer nur ca. 4,5 Minuten. Zugang erhalten Sie auch unter: www.organosprotection.com/im_fokus

Noch einmal als Hinweis:
Den an Sie versandten Brief haben wir auf unserem Blog öffentlich gestellt, unter: https://organosinfo.wordpress.com/2014/05/23/promi-aufklaerung-ralf-schmitz/

Ich würde Sie deshalb ersuchen, auch Ihre diesbezügliche Antwort als Kommentar hier zu posten.

Mit besten Grüßen
Ihr Roman Christian Renner

orgaNOs Global Protection Initiative
Webseite: www.organosprotection.com
Nachtrag: 07.08.2014 – in Facebook Schmitz gepostet

Sehr geehrter Herr Schmitz,

klopfe bereits ein 3. Mal an Ihre Tür. Wir bzw. unsere Leser warten immer noch auf Ihre schon längst überfällige Antwort auf unseren Brief vom 23. Mai.

Wie an den Kommentaren in unserem Blog zu erkennen, sind viele mit Ihrem Vorgehen nicht einverstanden.

Auch wenn Sie viel um die Ohren haben, so werden Sie mir sicher zustimmen, dass es
1. alleine schon die Höflichkeit gebietet zu antworten und
2. Sie sich als „Werbebotschafter für die Organspende“ schließlich auch dazu verpflichtet fühlen sollten.

Oder kann man das auch anders sehen?
Gerne erwarten wir Ihre Antwort auf unserem Blog.

Beste Grüße
Ihr Roman C. Renner

 

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19 Antworten zu “Offener Brief an Komiker Ralf Schmitz bezüglich seinem Organspende-Werbespot(t)

  1. Und er hat immer noch nicht geantwortet….. >:-( Das greift bei den Promis wie eine Seuche um sich. Jetzt gibts schon einen ganzen Film von Joko & Klaas in dem sie über Organspede „informieren“

  2. Könnte es vielleicht sein, dass die Promis Knete/Zaster/Lobi/Asche/Bares(Überwiesenes),Käschkäsch,Geld für ihre Aussagen bekommen haben??? 🙂 ( 😦 )

  3. Jeder hat seine eigene Meinung zu diesem Thema und ich finde, dass niemand versuchen sollte, jemandem seine Meinung aufzuzwingen.

    • Danke Lila für Deinen Kommentar. Ich bin froh, wenn sich Jugendliche mit diesem Thema auseinandersetzen. Allerdings wenn, dann bitte gründlich.

      Ich gebe Dir recht, jeder soll selbst entscheiden, ob er sich über die gegenteiligen Fakten zur Organspende gründlich informieren oder diese einfach ignorieren und trotz aller biologischen Lebenszeichen sämtliche Organe, Gewebe, Hornhaut (Augen) etc. entnehmen lassen will.

      Allerdings: Andere durch gezielte Fehlinformation, Unterdrückung von Informationen, verzerrung von Tatsachen bzw. Banalisierung von Fakten dahingehend beeinflussen zu wollen, seine Organe explantieren zu lassen, ist aber genau das, was von den „Organsammelstellen“ gemacht wird, nämlich anderen ihre medizinisch-finanziell motivierte Meinung aufzuzwingen und ihre Entscheidung dahingehend zu beeinflussen – oder was sonst sollen diese Propaganda-Videos mit Schmitz & Co anderes bewirken?

      Wer sich keine Meinung aufzwingen lassen will, der benötigt vor allem eines: entsprechende Informationen und Hintergrundwissen. Andernfalls neigt man psychologisch immer dazu, das „Einfachste“ zu wählen bzw. unkritisch der Masse zu folgen – und dann hat man auch eine Meinung aufgezwungen bekommen.

      Wenn es um Meinungsbildung geht, benutzt man gerne Komiker, Sportler und andere Promis, die bekannt sind. Zu einem Fachthema können sich aber nur Fachleute äußern. Frag Dich doch daher einmal, warum ausgerechnet Leute wie Steiner, Schmitz etc. für die Werbung zur Organspende eingespannt werden, die in Wahrheit keine Ahnung von den Hintergründen haben?

      Nur wenn Du hinterfragst, kann Dir keine Meinung aufgezwungen werden.

      Und noch ein anderer wichtiger Punkt: Wenn Du krank bist, willst Du dann den fachlichen medizinischen Rat eines Arztes hören oder die „Meinung“ eines Laien? Lässt Du Dich vom Arzt beraten oder sagst DU dem Arzt Deine Meinung zur Art der Behandlung?

      Nur weil Organspende zu einem Gesellschaftsthema gemacht wird, ändert es nichts daran, dass es ein reines medizinisches Thema ist.

    • Nein leider bis jetzt noch nicht, ansonsten hätten wir das schon online gestellt.

      Ich habe ihm diese Woche das gleiche Schreiben noch einmal zugeschickt mit einem Zusatz (siehe Nachtrag am Ende des Briefes) und ebenfalls in seinem Facebook gepostet.

      • Schade…. Die Antwort hätte ich wirklich interessiert!
        Ich frage mich, ob er den Brief überhaupt gelesen hat bzw. ob er „seine“ Facebookseite selber verwaltet. Hinter Prominenten steht riesiger Mitarbeiterstab/Management. Ob da so ein kritischer Brief überhaupt durchdringt….

        Gibts auch Briefe an andere Prominente (außer Matthias Steiner)? Da gibts diese Mega-Promi-Organspende-Kampagne mit Til Schweiger, Luca Gadjos, Barbara Schöneberger, Jürgen Vogel, Matthias Schweighöfer,….

      • Ja, da haben Sie schon recht, es ist nicht so einfach zu den Promis „durchzudringen“, deshalb haben wir den Brief auch noch an seine Management-Firma geschickt. Ob diese allerdings unseren Brief dann auch weiterleitet, ist natürlich eine andere Frage …

        Aber es geht uns hier nicht nur allein darum, einzelne Promis über die Missstände der Organspende aufzuklären, sondern auch aufzuzeigen, wie sie rein für Werbezwecke „benutzt“ werden, zu zeigen, dass sie überhaupt keine Ahnung von diesem Thema haben, zu erkennen, welche Propaganda hier am laufen ist, und auf der anderen Seite, am Beispiel von Matthias Steiner ersichtlich, umgekehrt aber auch überhaupt kein Problem damit haben, selbst nach Konfrontation mit den erschütterndsten Fakten, diese einfach auszublenden, um jeder Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen.

        Ein sehr fragwürdiges Verhalten, das jedem zu denken geben sollte. Auch das wollen wir damit aufzeigen.

        Aber natürlich bleiben das nicht die einzigen Promis. In Kürze geht wieder ein offener Brief von uns hinaus und zwar an einen aus Ihrer genannten Reihe …

  4. Pingback: Offener Brief an Komiker Ralf Schmitz bezüglich seinem Organspende-Werbespot(t) | Der Honigmann sagt...

  5. Ich halte Ralf Schmitz ja für einen begnadeten Komiker, allerdings welchen oberflächlichen Unsinn er im Interview verzapft hat, ist alles andere als komisch (hat auch nichts mehr mit „schwarzem Humor“ zu tun) und zeigt, dass er absolut keine Ahnung hat. Ich hoffe wirklich, dass wir eine ordentliche Stellungnahme von ihm erwarten dürfen …

    • Ja, genau meine Rede. Ich war auch ziemlich enttäuscht. Von ihm hätte ich das nicht erwartet, beschreibt er sich selbst doch als Perfektionist – und dann wirbt er für etwas, über das er sich so gut wie gar nicht informiert zu haben scheint. Und ich verstehe auch nicht, was sein Gerede über Humor und Leichtigkeit soll – das ist schließlich gar nicht das Thema. Manchmal habe ich den Eindruck, er übertreibt mit seinem Humor, versteckt sich regelrecht dahinter. Das halte ich für genauso ungesund wie alles ernst zu nehmen. Was Oranspende angeht – da gibt es nichts zu lachen.
      Wer sich stetig weigert, etwas ernst zu nehmen, braucht sich nicht wundern, wenn er irgendwann selbst nicht mehr ernst genommen werden kann …

  6. Ich bin entsetzt … nicht nur über die Fakten, die hier rund um das Thema Organspende aufgezeigt werden und die einem bisher weitgehend verschwiegen wurden, sondern vor allen Dingen über dieses Interview mit Ralf Schmitz. Es drängt sich mir die Frage auf, ob er sich überhaupt darüber informiert hat, denn wie es scheint, hat er so gut wie keine Ahnung, WAS er da befürwortet. Ich bin nicht so naiv zu glauben, ein Mensch erwirbt mit dem Promi-Status eine Allwissenheit oder gar Unfehlbarkeit. Aber ich vertrete die Meinung, dass ich ab dem Punkt, an dem ich beginne, mich für etwas einzusetzen, für etwas Werbung zu machen, informiert sein MUSS, und zwar so vollständig wie möglich. Da reicht es nicht aus, es mal eben aus einer guten Absicht heraus, aber mit völliger Unwissenheit zu tun. Man kann sich irren, man kann etwas übersehen … aber so gut wie null informiert zu sein, WAS man da befürwortet – das entzieht sich meinem Verständnis.
    Ich gehöre nicht zu den Menschen, die den Hype um unsere Prominenten teilt. Ralf Schmitz jedoch gehörte bisher für mich zu den wenigen Ausnahmen, von denen ich dachte, dieser Mensch ist noch Mensch geblieben, der seinen Verstand benutzt, statt sich vom schönen Schein blenden zu lassen – oder ihm gar zu folgen. Mit diesem Interview und dem Organspende-Spot hat er mich jedoch eines Besseren belehrt. Wie so viele Menschen diesen Landes schätze ich seinen Humor, seine Komik – aber bei einem Thema wie diesem gibt es für mich einfach nichts, das mich zum lachen animieren könnte. Sicherlich kann man gewisse Dinge zu ernst nehmen … aber Ralf Schmitz hat hiermit bewiesen, dass man sie auch zu leicht nehmen kann.

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