Urlaubsziele: Spanien und Dominikanische Republik

Was Sie unbedingt über diese Reiseländer wissen sollten

Spanien ist für die meisten EU-Länder wichtigstes Ziel des Ausreiseverkehrs. Bei den insgesamt 60 Millionen Touristen aus aller Welt, die Spanien besuchen, liegt Deutschland an zweiter Stelle, gleich hinter den Briten.

Was allerdings die wenigsten wissen: In Spanien können Sie Organspender wider Willen werden
In Spanien gilt, was Organspende betrifft, die Widerspruchsregelung. Hier geht der Gesetzgeber grundsätzlich von einer Bereitschaft zur Organspende bei fehlendem Widerspruch zu Lebzeiten aus. Das bedeutet, dass ein schriftlicher Widerspruch, auf Spanisch (nicht auf Deutsch) unerlässlich ist, will man sich vor einer Explantation schützen.

Spanien ist übrigens weltweiter Rekordhalter, was die Anzahl an durchgeführten Explantationen betrifft. Gemäß Organización Nacional de Trasplantes (ONT) war 2013 sogar das Jahr mit den höchst erreichten Zahlen. ONT führt dies u.a. auf mehrere Faktoren zurück:

Neben gesetzlicher Regelung sorgen sogenannte „Coordinador de trasplantes“ (Transplantationsbeauftragte) für diese Rekordzahlen. Im Gegensatz zu den übrigen Ländern sind diese nicht „bloße Koordinatoren“, sondern verfügen über umfangreiche Ausbildung in der Intensivmedizin und werden, wie bei einem Art Verkaufssystem, mit entsprechenden „Boni nach Erfolgsabschluss“ honoriert. Das „Spanische System“ stellt hier, eigens zu diesem Zweck, bis zu 15.000 (!) professionelle Mediziner bereit.

Datenerhebungen haben gezeigt, dass Organspenderraten (bzw. Freigabe durch Familien) mitunter mehr wie verdoppelt werden konnten, wenn ein Transplantationskoordinator bis zu 3 Stunden (oder sogar mehr) Zeit mit den Angehörigen „verbringt“ anstatt nur einer Stunde (oder weniger).

Darüber hinaus wird auch die angeblich „hohe Spenderbereitschaft“ der Spanier genannt, dies ist allerdings sehr in Frage zu stellen, da kaum jemand über dieses Thema bzw. deren Regelungen überhaupt Bescheid weiß (so wie in den meisten Ländern).


In Spanien wird
alternativ zum „Hirntod“ auch das „Herztod“-Kriterium angewendet
Transplantation ist nur möglich, wenn es auch Spender gibt. Da es nie genug gibt, haben Ärzte die Grenzen des Todes verschoben, sodass in einigen Ländern praktisch sofort nach Herzstillstand bzw. zehn Minuten nach dem Nulllinien-EKG damit begonnen werden kann, die Organe zu entnehmen – ohne dass vorab der Hirntod festgestellt worden sein muss (Non-Heart-Beating-Donors; Anmerkung: NHBD sind Organspender mit einem akuten Herzkreislaufstillstand, bei denen der Tod sekundär erwartet, aber nicht festgestellt wird. Eine Organentnahme ist bei einer warmen Ischämiezeit bis zu 30 Minuten möglich.)

Hat das Herz aufgehört zu schlagen, wird eine Reanimation (Wiederbelebung) versucht. Häufig fährt in Madrid zusätzlich zum Rettungswagen hierfür auch eine Polizeieskorte mit, damit die Ambulanzen nicht an Ampeln aufgehalten werden und somit rascher in die Klinik kommen. Die Reanimation wird auf jeden Fall fortgesetzt, bis der Patient im Krankenhaus ist, damit wenigstens die Organe gerettet werden können.

Gemäß Deutschem Ärzteblatt dürfen dem deutschen Transplantationsgesetz (TPG) zufolge Herztoten nur dann Organe entnommen werden, wenn der Hirntod eindeutig festgestellt worden ist oder wenn seit dem Herzstillstand mindestens drei Stunden vergangen sind.

Bedenkliches Faktum: Um den chronischen Mangel von Spenderorganen einzudämmen, empfehlen einige Transplantationsmediziner, den Zeitpunkt der Organentnahme deutlich vorzuverlegen – so wie es in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Spanien, Belgien und den USA bereits möglich ist. Es gibt derzeit länderspezifische, unterschiedliche „Wartezeiten“ und Methoden, ab wann ein Patient für „tot“ erklärt wird bzw. Reanimationsversuche beendet werden.

Gemäß Dr. Axel Rahmel von Eurotransplant (ET) ist das Vorgehen uneinheitlich, „Die so genannte „no-touch-Phase“ – also die Zeit zwischen dem letzten Herzschlag und dem Beginn der Perfusion des Organspenders mit einer konservierenden Lösung und der Gabe von Medikamenten – schwankt in den europäischen Ländern zwischen 2 und 20 Minuten. Auch die Methoden, den Herzkreislaufstillstand festzustellen, differierten, ebenso die Auffassung darüber, welche der nach den Maastricht-Kriterien kategorisierten Spender überhaupt in Frage kämen.“

Es herrscht hier also völlige Uneinigkeit und man ist quasi der Willkür einzelner Länder ausgeliefert.

Wie erfolgreich sind Reanimationen?
In einer 1985 durchgeführten Studie wurde festgestellt, dass bei primär erfolgreicher Reanimation eine 55%ige Chance auf eine volle Wiederherstellung der Gehirnfunktionen bei sofortigem Reanimationserfolg nach Maßnahmeneinleitung besteht. Im Zeitraum von 5-20 Minuten fortlaufende Reanimation ergibt sich immerhin noch eine Wiederherstellungsrate von 50%. Nach 25 Minuten etwa 40%, nach 30 Minuten nur noch 15% und ab 35 Minuten fortlaufende Reanimationsmaßnahmen fällt die Überlebensrate auf unter 5% ab. (Außerhalb des Krankenhauses verläuft eine Reanimation des Betroffenen in nur 30% der Fälle erfolgreich).

Auch Prof. Dr. med. Andreas Zieger konstatiert: „Medizinisch wichtig ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass das Herz (aufgrund seiner relativen Autonomie) sich noch bis 20 Minuten (experimentell) nach einem Stillstand von selbst reanimieren kann (Ardell & Armour 1994: Neurocardiology), während das Gehirn bzw. die Person dann schon „bewusstlos“ ist.“

Mit anderen Worten: Man kann es sich also aussuchen, ob man irrtümlicherweise oder nach unterschiedlichen, aber dafür minutiös gesteckten, Zeitplänen eventuell als noch Lebender für „tot“ erklärt oder vielleicht doch gnädigerweise einiger Rettungsversuche unterzogen wird, bevor letzten Endes zur (eigentlichen) großen Tat, dem „organgerechten Tranchieren“ geschritten wird. Und dieser perfide Plan findet seinen Höhepunkt in einem eigens dafür vorgeschriebenen Widerspruch, sodass bei Fehlen dieses, praktischerweise auch gleich die „Zustimmung“ des zu betrauernden Betroffenen, dieses Horrorszenario problemlos an sich vollziehen lassen zu dürfen, mitgeliefert wird.

Ja, Gratulation, es wurde wirklich an alles gedacht.

Und genau aus diesem Grund, müssen wir auch an alles denken. Da es in Spanien gelebte Praxis ist, bei Nicht-Vorlage eines schriftlichen Widerspruchs durch den „Spender“ selbst, auf die Angehörigen zuzukommen, ist es daher wichtig, dass Sie auch Ihre Familie über Ihre diesbezügliche Entscheidung informieren. Unterschätzen Sie aber bitte nicht die Bemühungen der Transplantationskoordinatoren (wie oben beschrieben), die natürlich ausschließlich auf eine Freigabe zur Organspende abzielen.

Wichtiger Hinweis: In Spanien ist es gesetzlich vorgeschrieben, immer einen Personal-Ausweis (Reisepass) bei sich zu tragen. Hierin sollte sich dann auch der schriftliche Widerspruch befinden, da im Falle einer Krankenhaus-Einlieferung das Krankenhauspersonal zuerst in den persönlichen Unterlagen nachsehen wird.

 

Dominikanische Republik

Wir wollten es ganz genau wissen und haben auch hier konkret im Gesetz nachgelesen.
In der Dominikanischen Republik gilt ebenfalls Widerspruchsregelung. Wenn man nicht zu Lebzeiten einen schriftlichen Widerspruch bezüglich einer Organexplantation nach dem Tod niedergelegt hat, werden immer die Angehörigen diesbezüglich konsultiert. So weit, so gut…

allerdingsgibt es einen gefährlichen Passus(!): Wenn nicht innerhalb von 10 Stunden, ab Feststellung des Hirntodes, die Angehörigen auffindbar/erreichbar sind, darf mit der Organexplantation begonnen werden, und zwar nach vorheriger Autorisierung des hiesigen Ministeriums.

Nach 10 Stunden! Zeitverschiebungen bleiben hiervon unberücksichtigt.

Inwieweit bei diesem außerordentlich kurzen Zeitfenster dann auch wirklich ausreichend Anstrengungen unternommen werden, die Angehörigen ausfindig zu machen bzw. die sprachlichen Hürden zu überwinden (in der Dom. Rep. wird Spanisch gesprochen) ist mehr als in Frage zu stellen.

So lautet es im Gesetz weiter: Eine diesbezügliche Willenserklärung soll auf schriftlicher Basis erfolgen und unter den behördlichen Ausweis-Papieren wie Führerschein, Reisepass etc. abgelegt sein. Bei Minderjährigen bzw. Patienten mit geistiger/körperlicher Behinderung soll der schriftliche Widerspruch durch die Eltern bzw. gesetzlichen Vertreter erfolgen.

Gesunde Personen, die einem Gewaltverbrechen zum Opfer fielen, werden sofort als Organspender in Betracht gezogen, so Ferne nicht ein schriftlicher Widerspruch vorliegt.

Wichtige Anmerkung:
Lt. Auswärtigem Amt ist die Kriminalität hoch. In Touristenzentren und in abgelegeneren, ländlichen Gegenden sind ausländische Touristen durchaus gezielt Opfer von Übergriffen. Zu erhöhter Vorsicht wird geraten. Wichtige Dokumente (Flugschein, Reisepass, Führerschein, Widerspruch etc.) sollten nur in Fotokopie mitgeführt und Originale im Safe des Hotels hinterlegt werden. Der deutschen Botschaft Santo Domingo ist vermehrt mitgeteilt worden, dass in öffentlichen Bars, Discos und hotelinternen Clubs in Getränke narkotisierend wirkende Stoffe („K.-O.-Tropfen“) gemischt wurden. Es wird deshalb dringend dazu geraten, Getränke nie aus den Augen zu lassen und jemanden bei sich zu haben, der im Notfall Hilfe leisten kann.

Dies sind sehr beunruhigende Fakten und daher ist bei Einreise in die Dominikanische Republik entsprechend Vorsicht geboten und unbedingt ein korrekt ausgestelltes Widerspruchsdokument (auf Spanisch) DRINGEND mitzunehmen!

(Anmerkung: Vom 14.-17. Mai 2014 findet übrigens der 1. Internationale Kongress zum Thema Organspende bzw. Transplantation, El I. Congreso Internacional de Donación y Trasplantes, in der Dom. Republik statt, bei dem nationale und international anerkannte Experten und Repräsentanten anwesend sein und das weitere Vorgehen somit auch auf internationaler Basis besprechen und planen werden. Dies vielleicht noch als interessante Zusatzinfo.)

Durch Widerspruchsdokumente schützen
Bei orgaNOs können Sie, wenn Sie möchten, rechtsgültige und aktuelle Widerspruchsdokumente in jeweiliger Landessprache und bereits persönlich auf Sie ausgestellt, für jedes Land der Welt, gegen einen Unkostenbeitrag erhalten, unter zusätzlicher Nutzung sämtlicher Schutz-Leistungen. Erfahren Sie dazu mehr auf unserer Homepage: www.organosprotection.com

 

 

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2 Antworten zu “Urlaubsziele: Spanien und Dominikanische Republik

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