Österreich Widerspruchsregister: 3. Änderung innerhalb eines Jahres

Österreich liegt im Vergleich zu den anderen Ländern Europas an 1. Stelle, was häufige Änderungen und weit über das übliche Maß geforderte Auflagen der Widerspruchserklärung zur Verhinderung einer Organentnahme betrifft.

Im vergangenen Jahr wurde u.a. das Erwachsenenalter im Bereich der Organspende heruntergesetzt. In das österreichische Widerspruchsregister gegen die Organ- und Gewebespende können sich Kinder / Jugendliche nun ab dem 14. Lebensjahr selbstständig eintragen lassen. 2012 war dies erst mit 16 Jahren gesetzlich wirksam.

Wozu ist eine Eintragung wichtig? Nur wer im Widerspruchsregister aufscheint, kann damit sicher verhindern, im Falle eines Unfalles nicht als unfreiwilliger Organspender zu

enden. In Österreich gilt Widerspruchsregelung was bedeutet, dass man zu Lebzeiten schriftlich widersprochen haben muss, ansonsten die Organspende vorausgesetzt wird.

Sollte der schlimmste Fall dann eintreten, dürfen nicht nur die inneren Organe wie Herz, Nieren und/oder Leber sondern auch Knochen, Augen, Gewebe, Sehnen etc. entfernt werden. Dies kann grundsätzlich ohne Zustimmung der Angehörigen problemlos durchgeführt werden, egal welche Staatsbürgerschaft man besitzt, d.h. diese Regelung kann jeden treffen, ob Österreicher, Deutschen oder Italiener, da laut Transplantationsgesetz das nationale Recht des jeweiligen Landes, in dem der Unfall stattfand, zur Anwendung kommt.

In einem Artikel vom SRF Schweizer Radio und Fernsehen vom 9. Jänner 2013 heißt es: Nur wenige lassen sich als Nicht-Spender registrieren. Aktuell sind 25.000 Menschen in diesem Register eingetragen. Das heißt, gerade einmal 0,25 Prozent der österreichischen Bevölkerung wollen ihre Organe explizit nicht spenden.

Dies ist sehr einseitig betrachtet. Denn diese niedrigen Zahlen resultieren vielmehr aus der Tatsache heraus, dass den wenigsten Österreichern diese Widerspruchsregelung auch bekannt ist.

Aus besagten Gründen sollte daher eine Eintragung ins österreichische Widerspruchsregister gegen die Organ- und Gewebespende nicht aufgeschoben werden. Dies ist nicht nur für österreichische Staatsbürger sondern auch für Ausländer möglich (Anmerkung: allerdings sind sämtliche Informationen und Formulare ausschließlich in deutscher Sprache vorhanden. Die Frage, die sich hier stellt ist, wie dann ein Ausländer, der nicht einmal weiß, dass er bereits ein „Spender“ in Österreich ist, dagegen korrekt widersprechen soll, wenn er kein Wort versteht – was wiederum beweist, dass alles ganz bewusst kompliziert und schwierig gestaltet worden ist, um eben auf diese Weise vermehrt an Organe zu kommen).

Es muss dafür ein online-Formular mit allen persönlichen Daten ausgefüllt werden. Weiters wird die Vorlage der Kopie eines amtlichen Lichtbildausweises verlangt. Bei Eintragung für Kinder (unter 14 Jahren) ist neben einer Kopie des Lichtbildausweises des Kindes (jetzt neu) sowie des gesetzlichen Vertreters jetzt auch eine Kopie der Geburtsurkunde des Kindes notwendig (ebenfalls neu). Das ausgefüllte Formular kann entweder per Post oder eingescannt per Email an die Gesundheit Österreich GmbH gesandt werden.

Hinweis: Die Krankenanstalten sind vor jeder möglichen Organ-/Gewebeentnahme zur Abfrage im Widerspruchsregister gesetzlich verpflichtet (§ 7 Organtransplantationsgesetz bzw. BGBl I 2012/108)

Vorsicht vor eingebauten Stolpersteinen:

  1. Mit Erreichen des 14. Lebensjahres tritt eine automatische Löschung aus dem Register in Kraft d.h. das Kind muss sich dann als „mündiger Minderjähriger“ (wie es heißt) erneut registrieren lassen! (ein Jahr zuvor galt dies erst mit Erreichen des 18. Lebensjahres – sehr interessant)
  2. Überprüfen Sie auch regelmäßig die Gültigkeit Ihres Reisepasses, da Sie nach Ablauf ebenfalls eine Änderung der Registrierung beantragen müssen!
  3. Ebenso sind etwaige Wohnsitz- und Namensänderungen extra bekanntzugeben!
  4. Es wird im Formular (in rot markiert) darauf hingewiesen, dass bei Nicht-Vorlage der geforderten Unterlagen keine Bearbeitung bzw. Erfassung erfolgt. Also senden Sie daher bitte alle notwendigen Unterlagen gleich mit dem Formular mit (auf die Gefahr hin, dass Sie keine Benachrichtigung über eine Nicht-Bearbeitung erhalten)!

Achtung! Für Reisen in andere Länder kommen wieder völlig unterschiedliche gesetzliche Bestimmungen und Auflagen zum Tragen. Es gilt also, sich unbedingt ausführlich vor jeder Reise zu informieren.

Bei orgaNOs Global Protection Initiative können Sie sich gerne erkundigen bzw. die erforderlichen rechtlichen Widerspruchsdokumente für alle Länder der Welt gegen einen Unkostenbeitrag bestellen  www.organosprotection.com

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