Antwortschreiben auf Kommentar von Matthias Steiner

Lieber Herr Steiner,

es freut mich ehrlich, dass Sie mittlerweile Zeit gefunden haben, auf meinen Brief zu antworten (https://organosinfo.wordpress.com/2014/03/03/promi-aufklaerung-matthias-steiner/)  In diesem Sinne, danke für Ihre Stellungnahme – bedauerlicherweise ist es aber keine.

Um Ihre einleitenden Worte gleich aufzugreifen – es ist schön, dass es Sie sehr freut, dass ich mich mit diesem Thema so intensiv auseinandersetze, wie Sie schreiben, allerdings ist es ein WIR und nicht ein ich. orgaNOs Global Protection Initiative ist ein stetig wachsendes Team aus Freiwilligen, das über das gesamte Umfeld der Organexplantation und Transplantation aufklärt und u.a. auch die entsprechenden notwendigen Rechtsdokumente für einen gültigen Widerspruch, unter oftmals sehr mühsamer, zeit- und auch kostenintensiver Recherche, bereitstellt, und dies auf internationaler Basis.

Dies sollte vielleicht auch gleich einleitend angesprochen werden, da orgaNOs leider manchmal nur auf meine Einzelperson reduziert wird, weil ich in meiner Funktion als Initiator sozusagen als „Gallionsfigur“ diene.

Aber wenn wir schon dabei sind, weil es Sie so freut, ist mein Background unter anderem auch durchaus ein medizinischer und habe in meiner aktiven beruflichen Laufbahn u.a. auch Ärzte, in sagen wir es einfach, Körperstrommessungen unterwiesen.

Was hingegen Sie auf neurologischem Terrain verloren haben, ist mir persönlich nicht ersichtlich.

Seien Sie mir bitte nicht böse, wenn ich das jetzt so offen ausspreche, aber das, was Sie hier „so brav auswendig gelernt haben“, klingt wie der Werbeslogan der DSO mit

genau den gleichen Plattitüden und oberflächlichen Argumentationen und zeigt mir nur eines, dass Sie es anscheinend mit allen Mitteln vermeiden wollen, sich auch einmal richtig mit der „dunklen Seite“ auseinanderzusetzen, da Sie immer um das Thema „herumreden“, aber nie wirklich auf die einzelnen Fakten Bezug nehmen.

Ich erkenne durchaus Ihre Bemühung an, sich hier diplomatisch aus der Affäre ziehen zu wollen, allerdings ist das bei diesem Thema hier nicht möglich. Ihre „ich bin okay, Du bist okay“-Nummer ist hier leider völlig fehl am Platz. Heben Sie sich solche Floskeln bitte für ein Management-Seminar auf.  Ich kann Ihnen daher nicht Recht geben, dass beide Entscheidungen, also Pro und Contra, richtig sind.

Nein – einer von uns beiden liegt falsch. Das ist keine diplomatische und auch keine ideologische Angelegenheit, Herr Steiner, sondern eine rein medizinisch, fachliche. Es handelt sich hierbei auch nicht um eine einzige, sprich meine persönliche Meinung, nein – wir sprechen über Fakten. Gerne darf ich Ihnen dazu beispielhaft nur einige Aussagen von Fachleuten und Experten auf diesem Gebiet zitieren:

1. Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth: „Der Tod eines Menschen sei dann eingetreten, wenn seine gesamten Hirnfunktionen irreversibel ausgefallen sind. Der gehirntote Patient sei demnach eine Leiche. Diese Aussage ist aus physiologischer Sicht nicht haltbar. (…) Es widerspricht dem biologischen und physiologischen Verständnis von Leben und erst recht dem alltäglichen Empfinden, wenn ein solcher menschlicher Körper als Leiche bezeichnet wird. Er darf auch dann nicht zur Leiche erklärt werden, wenn Organe dringend benötigt werden, um andere Leben zu retten.“

2. Der amerikanische Neurologe D. Alan Shewmon, der sich seit Mitte der 1980er Jahre mit Fragen der “Neuroethik”, also u.a. der Frage, wann ein Mensch als tot zu gelten hat, beschäftigt, erforschte, wohl gemerkt, 12.000 Fälle von Hirntoten, die nicht zur Organspende freigegeben worden waren. Er fand bei dieser Untersuchung derart viele Patienten, die als sog. Hirntote über Jahre hinweg weiterlebten, dass er fortan das Hirntod-Konzept nicht länger befürworten konnte.

Anmerkung: Shewmon war vorher selbst Befürworter, wurde aber durch die Fakten (er selbst Neurologe!) eines Besseren belehrt.

Er hat vorgeschlagen, Organspendeausweise mit dem folgenden Warnhinweis zu versehen: “Warnung: Es ist nicht sicher, dass Sie tot sind, wenn Ihre Organe entnommen werden“. Und, so hat Shewmon weiter formuliert, „vielleicht wäre es angesichts der Unsicherheit, die den Tod eines Menschen umgibt, an der Zeit, die Würde und Autonomie eines Patienten über den Nutzen, den seine Organe für andere darstellen, zu setzen“.

3. Der Stuttgarter Kardiologe und Neurologe Dr. Paolo Bavastro, der sich seit 30 Jahren mit dem Thema Organspende befasst, hält die Gleichsetzung von Tod und Hirntod für „eine interessengeleitete Umdefinition des Todes„. Es gehe um die Beschaffung von Organen, wobei der Bedarf prinzipiell niemals zu decken sein werde, urteilt er. Sterbende, für tot zu erklären, um ihnen Organe entnehmen zu können, bezeichnet er als „arglistige Täuschung.

Bavastro kritisiert mit folgender Begründung das Hirntod-Konzept, Zitat: “Weil der Hirntod biologisch nicht der Tod des Menschen ist. Es sind zwar die Hirnfunktionen ausgefallen, aber alle anderen Funktionen des Körpers sind ja noch da, sprich die innere Atmung, also der Sauerstofftransport, der Stoffwechsel, es sind Reflexe, die ans Rückenmark gebunden sind, noch da, die Immunologie funktioniert, diese Menschen können sie impfen, wenn diese Menschen eine Verletzung haben, heilt diese, diese Menschen können schwanger werden oder schwanger sein, sie haben Ausscheidung, also Stuhlgang und Urin […] – also, das sind alles Erscheinungen, die zum Leben gehören.

Und Tatsache ist: Sie können ja nur Organe transportieren, die lebendig sind, also können Sie allein von der Definition her nur Organe transplantieren, die von einem Lebenden genommen sind.“

Bavastro, der schon sehr lange diese „Organbesorgungspraxis“ kritisiert, tut dies eben unter dem Gesichtspunkt, dass, wie er sagt: „Wir, (Anm.: damit sind die Ärzte gemeint) wissen nicht genug, das Einzige, was wir wissen, ist, dass die Menschen nicht tot sind. So ist es, und davon muss man ausgehen. Und der Ethikrat in Amerika hat das so erkannt … und sagt zwar, dass man daran (Anm. am Hirntod-Konzept) festhalten soll, ABER der Hirntod sei nicht der Tod des Menschen, das sei empirisch nachgewiesen, dass es so ist“.

4. Herr Steiner, es ist, glaube ich, nicht zu weit hergeholt, wenn man sagen würde, dass man die Leichen, die man braucht, selbst produziert. Dazu eine Aussage des Neurologen Dr. Cicero Coimbra. Dr. Coimbra ist Vorsitzender der Abteilung für Neurologie und Neurochirurgie an der Federal University von Sao Paulo in Brasilien. Auf einer Konferenz 2009 in Rom erklärte er, Zitat: „Einer der hauptdiagnostischen Werkzeuge der medizinischen Welt, die verwendet werden, um den sogenannten Hirntod vor einer Organentnahme zu bestimmen, verursacht eigentlich selbst schwere Hirnschädigungen, die dieser Test eigentlich bestimmen sollte. Durch den sogenannten „Apnoe-Test“ wird hirngeschädigten Patienten, die aber vielleicht wieder genesen könnten, für 10 Minuten der Sauerstoff entzogen und dadurch werden irreversible Hirnschädigungen hervorgerufen.

5. Und abschließend möchte ich noch Prof. Pichlmayr, Leiter der Klinik für Transplantationschirurgie in Hannover, anführen, dem einmal folgender Lapsus Linguae passierte, als er sagte: „Wenn wir den Angehörigen Auskunft geben über das, was wir tun, dann bekommen wir bestimmte Organe nie“. Denken Sie bitte einmal über diese Aussage nach.

Und das, was ich Ihnen hier aufgezeigt habe, ist nur ein einzelner Eiszapfen von der Spitze des Eisberges. Gerne bin ich bereit Ihnen weiteres umfassendes Material zukommen zu lassen.

Sie ziehen somit die Meinung führender Neurologen und Fachleute, die über dieses kontroverse Thema seit Jahrzehnten diskutieren, in Zweifel und befürworten trotz alledem als medizinischer Laie ein Gebiet, von dem Sie milde ausgedrückt nichts verstehen. Ist Ihnen eigentlich klar, was Sie damit anrichten?

Es sollte Ihnen also eines bewusst sein, dass „Hirntote“, wie man sie nennt, Tote nur „de jure“ also von Rechtswegen sind, aber nicht de facto (also tatsächlich).

Des Weiteren, lieber Herr Steiner, schreiben Sie mir, „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich an wissenschaftlichen, ideologischen oder medizinischen Diskussionen zum Thema nicht teilnehme.“

Ja, dann fragen wir uns nur: Was haben Sie dann bei der Organspende verloren, das ein wissenschaftliches und medizinisches Thema ist? Denn de facto befinden Sie sich ja schon mittendrin. Indem Sie sich als Werbeträger mit einem Schild pro Organspende präsentieren, beeinflussen Sie schließlich die Massen und nehmen selbstverständlich schon daran teil.

Ich muss Ihnen allen Ernstes die Frage stellen, wie kann jemand sich die Werbeschilder für Organtransplantation und Explantation umhängen, ohne an der medizinischen und wissenschaftlichen Diskussion teilnehmen zu können oder zu wollen?

Herr Steiner, bei allem Respekt, aber Sie haben sich hier in ein völlig falsches Gebiet verirrt.

Ohne Ihnen nahe treten zu wollen, aber machen Sie doch etwas, was Ihrer Expertise entspricht: Dozieren Sie über Eiweißriegel, unterrichten Sie als Diabetiker, dass Zucker nicht nur schlecht für die Zähne ist oder sprechen Sie über die korrekte Technik beim Gewichtheben oder was auch immer, aber halten Sie sich bitte von medizinischen Themen fern, bei denen Menschen zu schwerem Schaden kommen können, inklusive der von Ihnen angesprochenen Kinder.

Es erschließt sich nämlich für mich nicht, wenn Sie zwar auf der einen Seite helfen möchten, aber auf der anderen Seite unterstützen, dass falsche medizinische Theorien Verbreitung finden und damit, je öfter man diese liest, schließlich als Fakten akzeptiert werden.

Sie schreiben: „…Deswegen unterstütze ich auch die „Kinderhilfe Organtransplantation KiO“, die sich um bedürftige organkranke oder transplantierte Kinder und deren Familien kümmert..“

Keiner von uns, kein Mensch, der bei Trost ist und das Herz am rechten Fleck hat, will, dass Menschen und schon gar nicht Kinder, sterben müssen, wenn ihnen geholfen werden kann. Und es mag auf den ersten Blick, den Heiligenschein kurz zum Aufleuchten bringen, wenn man sagt: „Ich möchte Menschenleben retten“.

Man muss aber auch betrachten, WIE denn hier „geholfen“ wird, WAS hier verbrochen wird, was Menschen UMGEKEHRT dafür angetan wird, welche tiefen psychologischen Furchen es bei den Hinterbliebenen, die sich zu einer Organspende überreden haben lassen, hinterlässt oder was der sogenannte Organspender, wir sprechen von „Organopfer“, selbst in den letzten paar Stunden seines Lebens nachts im Keller des Krankenhauses bei der Explantation erlebt? – angeschnallt und betäubt.

Das sind keine Plattitüden – Sie können gerne einmal den Erfahrungsbericht von Eltern lesen, die über ihr „ausgeschlachtetes Kind“ berichten, http://www.organosprotection.com/Eltern.html. Also erzählen Sie uns doch bitte nicht, Sie möchten nur den „bedürftigen organkranken Kindern helfen“.

Man muss doch BEIDE Seiten betrachten. Die Organspende ist ein Null-Summen-Spiel: was der eine bekommt, muss der andere verlieren. Und das Problem dabei ist, Herr Steiner, dass der, dem die Organe entnommen werden, nur zu Tode definiert worden ist, aber in Wahrheit es nicht ist!

Doch lassen wir einmal die juristische Formulierung beiseite und wenden wir einmal die biologische Realität an – so sieht Ihre Gleichung folgendermaßen aus: „ein Kind für ein Kind!“ d.h., damit ein Empfängerkind ein unpaariges Organ empfangen kann, muss ein anderes Kind erst getötet werden.

Um es auf den Punkt zu bringen, dass ist es, was Sie mit Ihrer Organspende de facto propagieren. Das Spenderkind stirbt nach der Organexplantation. Eines ist also sicher gestorben, damit ein anderes einmal theoretisch weiterleben kann.

Denn die Überlebensrate von Organempfängern liegt ca. bei etwas mehr als 70%, was umgekehrt bedeutet, dass 30% auf jeden Fall sterben, entweder gleich, sprich durch die Transplantation selbst, oder innerhalb des 1. Jahres.

Das heißt für Sie eingedeutscht, dass ein Drittel der Kinder, um einmal nur von diesen zu sprechen, an der Operation selbst oder an den Folgen sterben und damit ihr junges Leben noch früher ausgelöscht wird, als es mitunter hätte sein müssen. In den nächsten 5 Jahren dürfen Sie unter den Überlebenden weniger wie die Hälfte noch zählen. Innerhalb dieses Zeitraumes sterben die nächsten.

Was haben die geretteten Kinder bis dorthin alles durchmachen müssen, nach dieser Lebensverlängerung? Dass sie durch Immunsuppressiva, die eine Organabstoßung verhindern sollen, gesundheitlich schwer beeinträchtigt sind und jeder einfache Schnupfen schon gefährlich werden kann. Oder aber, wie Sie vielleicht wissen, oder auch nicht wissen, ist es ja oft mit einer Einzeltransplantation ja nicht getan, sondern muss aufgrund dessen, dass der eigene Körper das fremde Organ nicht akzeptiert und abgestoßen wird, das Fremdorgan wieder herausgeschnitten werden und ein neues Organ eingepflanzt werden. Und jeder dieser erneuten Eingriffe kann für das Kind wieder tödlich enden. So sieht das in den ersten 5 Jahren aus.

Machen wir einen größeren Schwenk und sehen wir, was mit den Verbleibenden in den nächsten Jahren passiert? So wird die Hälfte von ihnen an Hautkrebs erkranken. Wie Sie vielleicht wissen, oder nicht wissen, haben Organtransplantierte ein 200-fach erhöhtes Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Hautkrebs ist die häufigste bösartige Erkrankung organtransplantierter Patienten. Ist schon einmal ein Hauttumor aufgetreten, so können sich in den folgenden Jahren weitere, unter Umständen viele Hauttumoren entwickeln.

Sind Sie der Meinung, dass dies ein besserer Tod ist?

Und Herr Steiner, die paar wenigen Kinder, die all dies zum Trotz überleben, sind dann diejenigen, mit denen dann die entsprechenden medizinischen Einrichtungen, die übrigens, so nebenbei bemerkt, eine Menge Geld an diesem „Mordsgeschäft“ verdienen, kräftig Werbung betreiben und der Bevölkerung diese dann zur Schau stellen und zeigen, wie toll doch das Leben nach einer Transplantation ist.

Dass der Weg dorthin mit Kinderleichen gepflastert ist, wird dabei offenbar immer wieder vergessen zu erwähnen.

Also Herr Steiner, sagen Sie mir bitte noch einmal, angesichts all dieser genannten Fakten: Wo liegt hier bitte noch einmal genau eine Hilfeleistung, damit ich es auch verstehe?

Und weil Sie ja auch so ein großer Statistiker sind, wenn Sie etwas mitgerechnet haben und berücksichtigen, dass für ein Kind ein anderes Kind sterben muss, dadurch letzten Endes ungleich mehr Tote „produziert“ werden, als man von sogenannten „Geretteten“ reden kann. Das können Sie mit den Fingern nachrechnen. Also Herr Steiner, worin liegt hier, angesichts dieser Fakten, Ihrer Meinung nach eine Hilfeleistung? Lesen Sie dazu auch gerne unseren Artikel „Wo sind die Toten?“ unter http://www.organosprotection.com/PropagandaOrganspende.html

Abgesehen davon, Herr Steiner, wissen Sie, was das wirklich Traurige an dieser Geschichte ist? Dass Eltern, die ein Kind haben, das ein Organ benötigt, natürlich verzweifelt sind und diese Verzweiflung leider sehr gut ausgenutzt wird. Denn das, was ich Ihnen hier erzähle, wird den Eltern natürlich nicht gesagt und das perverse Spiel, wollen wir es einmal beim Namen nennen, ist nichts anderes, als ein böses Spiel mit der Hoffnung.

Und wenn Sie sich die Statistik nun noch einmal in Erinnerung rufen, die ich Ihnen vereinfacht dargestellt habe, wissen Sie ja, was die meisten Kinder erwartet.

Lassen Sie es mich bitte noch einmal verdeutlichen, vielleicht haben Sie die ganze Sachlage ja noch nicht wirklich erfasst: Die Definition des Hirntodes (die durch eine damalige Ad-Hoc-Kommission in Harvard 1968 extra eingeführt wurde) dient ausschließlich dazu, um an Organe zu kommen.

Vor 1968 wurden Ärzte dafür des Mordes angeklagt. Erst eine unheilige Allianz von Juristen, ein paar Medizinern und Philosophen in Harvard haben es möglich gemacht, dass Ärzte, wie der erste Herzverpflanzer Christiaan Barnard, nicht mehr vor Gericht gestellt werden konnten, wie noch damals ein Jahr zuvor in Japan.

Wenn es wirklich so ist, wie Sie sagen, und Sie haben meine „Argumente CONTRA Organspende und die Erfahrungsberichte intensiv gelesen“, und vorausgesetzt auch wirklich alles verstanden, stellt sich natürlich die Frage, wie kann der Herr Steiner dann immer noch ruhigen Gewissens die Organspende befürworten?

Ihre Argumentation Herr Steiner, ist auf einer sehr oberflächlichen Metaebene. Auch wir fänden es wunderbar, wenn kranke Kinder bzw. kranke Menschen durch ein Spenderorgan geheilt werden könnten. Was wir allerdings NICHT gut finden ist, dass dafür ein anderer Mensch getötet werden muss. Der Spender stirbt immer, denn zum Zeitpunkt der Spende ist er noch am Leben.

Aber nachdem Sie ja unsere Webseite so intensiv gelesen haben, wissen Sie ja auch, dass bei vielen „Hirntoten“ beim Ansetzen des Skalpells der Blutdruck in die Höhe schnellt und es häufig zu Abwehrbewegungen kommt – aus diesem Grund diese „Toten“ ja mitunter betäubt werden.

Wussten Sie aber auch, dass viele „Hirntote“ am Beginn der Explantation, also wenn damit begonnen wird, die Organe herauszuschneiden, zu weinen beginnen? Ich schicke Ihnen sehr gerne den medizinischen Report eines Arztes, der darüber ausführlich berichtet.

Und weil Sie ja auch die Frage aufwerfen: Was ist, wenn es jemanden aus meiner Familie bzw. meine eigenen Kinder betrifft? Lassen Sie uns auch darüber sprechen, denn es ist wichtig.

Wie soll man entscheiden?

Herr Steiner, wenn man sich an die Fakten hält und nicht an eine vermeintliche Hoffnung klammert, kann man sich eigentlich auch nur beim eigenen Kind gegen eine Organeinpflanzung entscheiden. Das ist eine klare Entscheidung, die bei uns in der Familie getroffen wurde.

Ich sage Ihnen auch gerne, warum.

Das böse Spiel, wie ich schon angesprochen habe, ist ein Spiel mit der Hoffnung. Die echten Fragen, die sich Eltern aber stellen müssten, wenn sie richtig informiert und aufgeklärt werden würden, sind folgende (und diese Liste ist bei weitem nicht erschöpfend!):

  1. Will ich mit einer so schweren Operation bzw. einem so schweren Eingriff wirklich riskieren, dass mein Kind dadurch vorzeitig, als es müsste, stirbt (also schon während der OP oder innerhalb des 1. Jahres)?
  2. Will ich es meinem geschwächten Kind wirklich antun, es sehr wahrscheinlich Mehrfach- Transplantationen, weil das Organ abgestoßen werden kann, aussetzen zu müssen und dabei immer wieder erneut zu riskieren, dass es dabei im Keller des Krankenhauses stirbt?
  3. Kann ich es vor meinem Kind verantworten, dass es durch die Operation in den nächsten Jahren mehrmals transplantiert werden muss oder in den nächsten 5 Jahren in Folge sterben wird und das aber gesundheitlich noch schwerer beeinträchtigt als zuvor? Das ist die sog. 5-Jahres-Überlebensrate.
  4. Auch für den Fall, dass mein Kind zu den wenigen gehört, die die nächsten 5 Jahre überleben, kann ich es für mein Kind wirklich verantworten, dass mein Kind eines von 2 Kindern ist, dass an Hautkrebs schwer erkranken wird und in Folge dessen einen schlimmen Tod erfahren wird?
  5. Und selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass ausgerechnet mein Kind zu den Überlebenden gehören wird, wie kann ich es dann mit meinem persönlichen Gewissen vereinbaren, dass ich akzeptiert habe, dass für mein Kind, aber ein anderes sterben musste?
  6. Und wie erkläre ich das einmal meinem Kind, wenn es alt genug ist, das zu verstehen? Zu welchem Menschen macht mich das? (ein Kind für ein Kind)

Herr Steiner, man könnte sich noch viele weitere Fragen stellen. Sie sollten aber verstehen, dass weder eine DSO noch die Transplantationsmediziner diesem einträglichen Geschäft nachgehen, nur weil sie „Menschen retten möchten“ oder so nächstenliebend sind. Umgekehrt sollten Sie aber informiert sein, dass Transplantationsmediziner nach einem Bonus-System bezahlt werden. Je mehr Operationen diese durchführen, desto mehr klingelt die Kasse.

Potentielle Spender nötigt man mit sozialer Verantwortung und diejenigen, die ein Organ benötigen, täuscht man mit dem Prinzip Hoffnung.

Es sollte Ihnen schon eines klar sein, Herr Steiner: Die einzigen und wahren Gewinner hier, sind nur all jene, die diesen speziellen Medizinapparat fördern und ihm dienen.

Und um Ihnen die Augen noch weiter zu öffnen. Was würden Sie vermuten, wer für die Ärzteschaft die Seminare zum Themenschwerpunkt Hautkrebs nach Organtransplantation sponsert? Schauen Sie einmal, zum Beispiel:

Roche
Bristol Myers Squibb
Novartis
Almirall Hermal
Galderma
MEDA
Pfizer

Das waren alle Sponsoren nur eines einzelnen Seminars! Kennen Sie diese Unternehmen? Das ist das „Who is Who“ der Pharmaindustrie.

Sie schreiben, Sie wollen an keiner medizinischen und ideologischen Diskussion teilnehmen – dann frage ich mich, was haben Sie hier bei diesem Thema der Hirntod-Thematik verloren?

Lieber Herr Steiner, Sie sollten auch nicht übersehen, dass ich Ihnen hier mit diesem Schreiben einen Ausweg aus dem Schlamassel, in das Sie zweifellos hineinkatapultiert worden sind, anbiete. Ich möchte Ihnen auch sagen, dass ich durchaus Verständnis für Ihre Situation habe, und dass es für Sie sicher nicht allzu leicht ist, sich aus einer solchen vorherigen Befürwortung wieder zurückziehen zu können, da Sie ja auch „lorbeerbekränzt“ wurden, um Sie noch stärker an das Organgeschäft zu binden.

Allerdings haben Sie jetzt ganz einfach die Möglichkeit auch zu sagen, dass Sie die Organspende nach Erhalt weiterer Fakten, die Ihnen erst jetzt vorliegen, nicht weiter befürworten können, solange nicht alle Ungereimtheiten und Kontroversen bei dieser Thematik uneingeschränkt beseitigt worden sind.

Herr Steiner, das ist auch etwas, was jeder rechtschaffene und vernünftige Mensch auch tun muss. Wenn bei einem so gefährlichen Thema Ungereimtheiten sind, so müssen diese zuvor ALLE beseitigt sein, alles andere ist absolut unverantwortlich.

In diesem Sinne, aber unter diesem Gesichtspunkt, Herr Steiner, wird jeder dafür Verständnis haben, dass Sie sich aus der Organspende-Werbung zurückziehen möchten und dass Sie damit aber gleichzeitig großes Verantwortungsbewusstsein zeigen würden.

Dem angestellt sei zu erwähnen, dass das etwas ist, was Ärzte ja bewiesenermaßen regelmäßig tun. Was heute als Stand der Wissenschaft belegt wird, wird morgen von Medizinern widerlegt. Insofern spreche ich persönlich eigentlich immer vom medizinischen Stand des Unwissens, denn Wissen an sich ändert sich ja nicht.

Aber um Ihnen auch ein konkretes Beispiel hierfür zu geben: In den sechziger und siebziger Jahren wurden die Mandeln noch fast routinemäßig bereits im Kindesalter entfernt. Die wichtige Funktion der kleinen Organe für das Immunsystem war zwar theoretisch bekannt, wurde jedoch lange Zeit ignoriert. Doch bei den Operationen traten immer wieder schwere Blutungen auf, einige Patienten starben sogar. Schließlich setzte in den späten siebziger Jahren ein Umdenken ein, wie es hieß, nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen (Anm.: Was war denn nun mit den alten „Erkenntnissen“?).

Ganz aktuell haben wir übrigens wieder so einen Fall sinnloser Mandeloperation in Amerika, mit dem tragischen Ergebnis, dass das Mädchen für hirntot erklärt wurde und die Eltern nun darum kämpfen müssen, dass man bis zur Frist des heurigen Herbstes ihrem Kind nicht die Geräte abschaltet.

Daher noch einmal Herr Steiner, tragen Sie bitte Verantwortung. Sie haben hiermit jetzt einen ehrlichen Weg, sich von der Sache zurückzuziehen. Tun Sie es bitte auch.

Ich hoffe, Sie tun es.

Sollten Sie natürlich andererseits weiterhin alle Fakten ignorieren wollen, aus welchem Grunde auch immer, würde ich Ihnen gerne einen anderen Vorschlag machen. Nachdem Sie hier ja die Behauptung aufgestellt haben, dass Sie sich ja so intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben, müssen Sie sich ja gut auskennen.

Nun, um das auch auf den Prüfstand zu stellen und um zu sehen, ob Ihre Befürwortung für dieses lukrative medizinische Geschäft denn auch wirklich etwas wert ist, wären Sie denn der Idee aufgeschlossen, dass unser Team mit Ihnen ein Live-Interview durchführt? Und zwar im Sinne eines kleinen Examens mit Kameraeinblendung, wo wir Ihnen Fragen zur Organexplantation bzw. Transplantation stellen dürfen, einfach um feststellen zu können, inwieweit Ihre Meinung zu diesem Thema überhaupt aussagekräftig ist?

Es ist ja so, dass alle Prominenten behaupten, sie hätten sich ja so intensiv mit der Organproblematik auseinandergesetzt, insofern wäre es doch interessant für alle jene zu wissen, die Sie ja schließlich versuchen zu beeinflussen, ob Ihre Meinung zu diesem Thema denn wirklich etwas taugt. Oder?

Und zum Abschluss möchte ich Sie aber auch noch gerne über etwas anderes Interessantes in Kenntnis setzen.

Was würden Sie vermuten, welche ist die mitunter häufigste Branche, die bei uns die notwendigen rechtlichen Widerspruchsdokumente für Länder mit einer Widerspruchsregelung gegen eine Organentnahme bestellt?

Ich will es Ihnen verraten, Herr Steiner. Das sind Ärzte. Denken Sie einmal darüber nach. Vielleicht wissen die ja etwas, was Sie nicht wissen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Roman Christian Renner

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