(Kleine) Kinder dürfen große Entscheidungen treffen

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Heute haben wir sie noch liebevoll als Baby im Arm gehalten und morgen fragen sie uns mit 14 Jahren, ob sie nicht etwas länger ausbleiben dürfen. In unseren Augen noch Kinder, die jede Menge Unterstützung und Hilfe benötigen, in den Augen des Staates bereits Erwachsene, die selbständig gravierende Entscheidungen in einem der umstrittensten Gebiete in der Medizin treffen dürfen.

Nach dem deutschen Transplantationsgesetz können Kinder bis zum 14. Geburtstag die Absicht der postmortalen Organspende erklären.

Obwohl Kinder vom Vertrauensgrundsatz im Straßenverkehr ausgenommen sind, in diesem Alter nicht länger wie bis 22.00 Uhr alleine ins Kino gehen dürfen und noch bis zum 18. Lebensjahr die Eltern um Erlaubnis für ein Piercing oder Tattoo fragen müssen (weil dies rein rechtlich einer Körperverletzung gleichkommt), wird das in Punkto Organspende nicht so streng genommen. Kinder dürfen bereits mit 14 Jahren eigenständig darüber entscheiden, was mit ihrem Körper im Falle eines diagnostizierten Hirntodes geschehen soll. In Deutschland dürfen die Eltern wenigstens noch wirksam dagegen widerrufen. Allerdings können Jugendliche ab dem 16. Geburtstag ihre Bereitschaft zur Organspende wirksam erklären.

Nicht so in Österreich: Im vergangenen Jahr wurde das Erwachsenenalter im Bereich der Organspende herabgesetzt. Was 2012 erst mit 16 Jahren anerkannt wurde, ist jetzt schon mit 14 Jahren gesetzlich wirksam!

Da es schließlich das Ziel staatlicher Bemühung ist, künftig leichter und vermehrt an Organe zu gelangen, ist es natürlich naheliegend auch vor unseren Kindern, die noch leichter zu beeinflussen sind, nicht halt zu machen. Durch Integration in den schulischen Unterricht soll möglichst früh eine positive Einstellung und die Bereitschaft zur Organspende dementsprechend geprägt und gefördert werden. Dass junge Promis wie Justin Bieber beispielsweise auch auf Twitter dafür werben, erschwert die Situation noch.

Wir sind der Sache auf den Grund gegangen und wollten nun wissen, was eigentlich geschieht, wenn sich Eltern und Kinder in diesem Fall nicht einig sind? Ein 14jähriges Mädchen beispielsweise widersetzt sich ihrem Vater, sich in das österreichische Widerspruchsregister eintragen zu lassen, da sie sich dafür entschieden hat, Organspender zu sein.

Das ist die Antwort, die wir erhalten haben:

In das österreichische Widerspruchsregister gegen die Organ- und Gewebespende können sich Kinder / Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr selbstständig eintragen lassen. Wir beziehen uns dabei auf § 146c ABGB, wo es heißt, dass „Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr eigenständig in medizinische Handlungen einwilligen“ können. Gleichwohl können sich „Jugendliche gegen Maßnahmen ihres gesetzlichen Vertreters zur Wehr setzen (Antrags-, Rechtsmittelbefugnis).

Mit anderen Worten, die Entscheidung des Kindes hat Vorrang gegenüber der Entscheidung der Eltern. Der Staat hat beschlossen, 14jährigen Kindern, die in der Regel noch nicht einmal konkret wissen, was sie letztendlich werden möchten, alleinige Verantwortung in einem Bereich zu übertragen und rechtswirksame gewichtige Entscheidungen, die über „Leben und Tod“ befinden, treffen zu lassen.

Und Kindern gefällt das. Wie wir aus eigenen Befragungen von Kindern und Jugendlichen zwischen 14-16 Jahren erfahren haben, finden sie es „cool“ so „wichtige“ Entscheidungen alleine treffen zu dürfen, endlich wie ein Erwachsener ernst genommen zu werden, bei einem Thema mitreden zu können, worüber anscheinend jeder spricht und sogar im Fernsehen darüber berichtet wird und gleichzeitig das Gefühl vermittelt zu bekommen, etwas Gutes zu tun.

Weiters heißt es laut aerzteblatt.de vom 23. August 2013: Ein Drittel der jungen Menschen in Bayern mit Organspendeausweis
München – Die Appelle zum Tragen eines Organspendeausweises scheinen besonders bei jüngeren Menschen zu wirken. Das legt eine Umfrage der AOK Bayern nahe. Danach hat fast jeder Dritte der Befragten bis 25 Jahre einen Organspendeausweis, aber nur 23 Prozent der 26- bis 40-Jährigen. http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/55612/Ein-Drittel-der-jungen-Menschen-in-Bayern-mit-Organspendeausweis

Umso wichtiger wird es sein, auch unsere Kinder umfassend über die Schattenseiten der Organspende aufzuklären, damit sie nicht arglos den so harmlos erscheinenden Organspendeausweis, der in Schulen reihenweise verteilt wird, unterschreiben. Kindern muss klar gemacht werden:

  1. dass „hirntot“ keineswegs „tot“ bedeutet
  2. dass Hirntote noch alle Lebenszeichen zeigen, aber kein einziges Todeskriterium aufweisen
  3. dass im „Organgeschäft“ jede Minute zählt und aufgrund des Zeitdrucks Ärzte voreilig und/oder falsch diagnostizieren
  4. dass nicht bewiesen werden kann, dass Hirntote keine Schmerzen mehr empfinden
  5. dass zahlreiche für hirntot befundene Patienten wieder genesen sind und heute ein normales Leben führen
  6. dass viele Organempfänger bereits kurz nach der Operation sterben
  7. dass Organempfängern täglich ein starker Medikamenten-Cocktail verabreicht werden muss, um gegen die Organ-Abstoßung zu kämpfen
  8. dass das Immunsystem der Organempfänger aufgrund dieser Medikamente derart geschwächt wird, dass ein Großteil von ihnen Krebs entwickeln wird
  9. dass Organempfänger einmal pro Halbjahr zum Hautkrebsscreening gehen sollen, denn ihr Hautkrebsrisiko ist im Vergleich zu Gesunden deutlich erhöht
  10. Und nicht zuletzt, dass mit Organspende Milliarden an Euro verdient werden.

Ich denke, es ist auch wichtig, diese Fakten nicht nur rein dogmatisch zu präsentieren, sondern stattdessen Kindern zu lernen, grundsätzlich kritisch zu hinterfragen – insbesondere, bevor sie ihre Unterschrift unter ein Schriftstück setzen – so klein es auch sein mag.

Was bedeutet „hirntot“? Was bedeutet Organspende konkret? Warum werden nicht auch die Nachteile einer Organspende angeführt? Gibt es auch kritische Stimmen zur Organspende und was sagen die? Gibt es Hirntote, die auch wieder gesund geworden sind? Wie sicher ist das Hirntod-Konzept?  Wie geht es den Organempfängern nach einer Organtransplantation? Gelten überall auf der Welt die gleichen Regelungen bei einer Organspende? Usw.

Bitte denken Sie auch daran: Ihre Kinder müssen sich auch als Nicht-österreichischer Staatsbürger im österreichischen (oder beispielsweise französischen) Widerspruchsregister eintragen lassen!

Anmerkung: Bei Unfall im Ausland, gilt im Fall einer möglichen Organtransplantation immer das nationale Recht des Unfall-Landes und NICHT ihre Staatszugehörigkeit. Das bedeutet, wenn sie als deutscher Staatsbürger in Österreich verunglücken, wird nicht wie von zu Hause gewohnt, Ihre Zustimmung zur Organentnahme eingeholt. Denn in Österreich gilt im Gegensatz zu Deutschland Widerspruchsregelung, was bedeutet, dass Sie zu Lebzeiten schriftlich widersprochen haben müssen.

Und wir sollten unsere Kinder leider mit einer weiteren tragischen Tatsache vertraut machen: Weltweit werden pro Jahr 1,2 Millionen Kinder verschleppt. Oft wird als Zweck Organhandel vermutet.

So heißt es laut http://www.diekriminalisten.at/krb/show_art.asp?id=1077

Handelsware Kind

Bilder von vierzig Kindern hatte eine junge Araberin auf ihrem Handy gespeichert, als sie von einer deutsch-österreichischen Grenzkontrolle in einem Zug nach Stuttgart kontrolliert wurde – vom Neugeborenen bis zum Jugendlichen. In ihrer Tasche fanden die Grenzpolizisten eine Liste mit Vornamen. Die Aufgegriffene behauptete, das sei ein Schmierzettel, den sie gefunden habe. Die Fotos auf ihrem Handy seien Bilder von Verwandten.
„Verschiedene Indizien sprechen dafür, dass es sich bei dieser Schlepperin um eine Angehörige eines Kinderhändlerrings handelt, der auch Kinder wegen des Organhandels schmuggelt“, sagt Roland Tatzgern, Leiter des Büros zur Bekämpfung des Menschenhandels und der Schlepperei im Bundeskriminalamt. Die Frau soll pro Fahrt zwischen 2.500 und 7.000 Euro kassiert haben. Die Kinder waren großteils von Islamabad über Dubai und Wien in die EU geschmuggelt worden. Hauptzielland war Großbritannien.
Im Jahr 2003 ermittelten die ungarischen Behörden im Fall einer Moldawierin, die mit vier Mädchen und vier Buben von Moldawien über Rumänien, Ungarn, Österreich und Deutschland nach Großbritannien reisen wollte. Keines der Kinder gehörte ihr.
Eine Schlepperin aus Pakistan, die in Österreich mit einem unbekannten 12-Jährigen im Schlepptau verhaftet worden war, gab zu, insgesamt 33 Kinder in den Westen geschmuggelt zu haben. Sie hielt es nicht für ausgeschlossen, dass die Kinder auch als unfreiwillige Organspender missbraucht worden sein konnten. Dass es sich bei den Schlepperfahrten der jungen Frau um Familienzusammenführungen gehandelt haben könnte, ist laut Tatzgern eher auszuschließen.

Sorgen Sie bitte daher rechtzeitig durch umfassende Gespräche und die dafür notwendigen rechtswirksamen Widerspruchsdokumente gegen eine Organentnahme dafür, dass Ihr Kind niemals als Organopfer enden muss!

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3 Antworten zu “(Kleine) Kinder dürfen große Entscheidungen treffen

  1. Herrlich jung und gesund…ein optimaler Organspender..
    Und sie müssen ihre Endscheidung nicht einmal kundtun, das ausfüllen des Ausweises genügt..
    Man stelle sich nur vor, im Fall der Fälle, stehen Eltern hilflos da, und müssen mitansehen, wie ihr Kind, und was bitte anderes ist ein 14 jähriger, zur Organspende vorbereitet wird..unfassbar, was Regierungen anstellen können, um an begehrte Dinge zu kommen…ohne Rücksicht auf Verluste, aber typisch für dieses „Geschäft“

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