Unfassbar: Ein betroffener Vater erzählt …

Die traurige Geschichte eines betroffenen Vaters, dessen 24-jähriger Sohn verstorben ist und der auf schrecklichste Art und Weise erfahren musste, dass laut Gesetzgebung in Deutschland nur 1 mündlich ausgesprochenes Ja 1 Elternteiles für das Inkrafttreten der Maschinerie „Organentnahme“ ausreicht und als unwiderruflich gilt, solange eine Einspruchsfrist nicht schriftlich festgehalten wird.

Ein dramatisches Beispiel, das aufzeigt, wie wichtig es ist, bereits zu Lebzeiten einen schriftlichen Widerspruch verfasst zu haben.

Wir trauern mit Uwe Müller und empfinden das allertiefste Mitgefühl. Wir wünschen ihm alles erdenklich Gute für den weiteren Lebensweg und vor allen Dingen viel Kraft, um wieder Freude in seinem Leben finden zu können.

Herzlichen Dank an Uwe Müller, mit dessen Erlaubnis wir seinen Erfahrungsbericht hier online stellen (Original nachzulesen unter: www.robbymüller.de).

Hier der Erfahrungsbericht von Uwe Müller:

Liebe Freunde und Bekannte,
Werte interessierte Besucher und Gäste,
ich frage mich, wie ich diesen Bericht kurz einleiten könnte… Es war die schlimmste Zeit und die schrecklichste Erfahrung meines bisherigen Lebens. Ich , beinahe 48 und näher an der Rente als an der Jugend , hatte mir bisher noch keine Gedanken über Tod, Betreuungsverfügung oder Organspenden gemacht; geschweige denn die gesamten Gesetze und Verfahrensweisen hinterfragt…    Dies hat sich in den letzten Tagen durch den schrecklichen Unfall meines Sohnes und den daraus resultierenden Begleitumständen grundlegend geändert. Die Resonanz eines jeden Lesers sollte darin bestehen, eventuell getroffene Entscheidungen zu überdenken und sich umfassend über die Tatsachen zu informieren, die uns allen größtenteils verschwiegen werden. Ein Versäumnis in dieser Richtung ist irgendwann vielleicht unumkehrbar und bringt für Betroffene und Beteiligte ein viel größeres Maß an Leid als die so schon tragischen Schicksalsschläge, die wir gelegentlich ertragen müssen …

Die Rechte eines Vaters / Ansicht eines unkonformen Andersdenkers    

Ich werde unter aller momentaner Belastung versuchen, in diesem Bericht mein objektives Erleben der letzten Tage sowie die inneren Gefühle und meine Meinung dazu darzustellen und versichere, daß diese Worte der Wahrheit entsprechen. Ich möchte mit meinen Worten keine der beteiligten Personen angreifen, beschuldigen oder verurteilen.

Mein Name ist Uwe Müller, ich bin seit 1989 geschieden und wohne in Heidenau; meine frühere Frau, jetzt Frau H., und unsere gemeinsamen Kinder wohnen seit vielen Jahren im Raum Braunschweig. Am Sonntag, den 20.02.2011, erhielt ich gegen Mittag einen Anruf meiner Mutter. Meinem 24jährigen Sohn Robby, welcher im 3xx km entfernten Ort H. lebt, ist ein schrecklicher Unfall zugestoßen; ein Brand mit anschließender Einlieferung in die Klinik.

Bei sofortigen Recherchen fand ich auf einem Internet-Nachrichtenportal folgende Meldung : Feuerwehr rettet jungen Mann aus brennender Wohnung – Ein 25-jähriger Mann ist von Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr gestern Morgen aus einem brennenden Haus in H. gerettet worden. Er hatte leblos im Badezimmer gelegen.

Um 5.10 Uhr ist der Notruf in der integrierten Regionalleitstelle eingelaufen: In der Straße …. in H. brennt es im Obergeschoss einer Doppelhaushälfte. Der Bewohner soll sich noch in der Wohnung befinden.

An der Einsatzstelle wurde sofort ein Trupp der Ortsfeuerwehr H. und ein weiterer Trupp vom Löschzug der Berufsfeuerwehr in das intensiv brennende Obergeschoss geschickt. Nach sieben Minuten intensiver Suche im verrauchten Obergeschoss wurde der ca. 25-jährige Bewohner im Badezimmer leblos aufgefunden und ins Freie gebracht. Im Rettungswagen konnte der junge Mann wiederbelebt werden. Er wurde mit Notarztbegleitung in das Krankenhaus …. transportiert. http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/10195179/artid/13744403

Anmerkung : Der Bericht stand definitiv am 20.02.2011 mittags im Internet, die Bezeichnung „gestern Morgen“ ist ein redaktioneller Fehler.

Im Nachhinein erfuhr ich, daß die Mutter von Robby und meine Tochter ihn dort besuchen konnten. Einige Zeit später fand ich im Netz den Polizeibericht der Polizei Braunschweig:

20.02.2011 | 11:00 Uhr        Wohnungsbrand mit lebensgefährlich verletzter Person

Am frühen Morgen des 20.02.2011 kam es aus noch ungeklärter Ursache zum Brand einer Dachgeschoss-Wohnung in einer Doppelhaus-Hälfte in H., wobei die Wohnung und der Dachstuhl aus- bzw. abbrannten. In der Wohnung wurde der 24jährige Bewohner schwerstverletzt aufgefunden, zunächst dem städtischen Klinikum, anschließend per Hubschrauber einer Spezialklinik in H. zugeführt; es besteht akute Lebensgefahr.

Nach Auffinden dieses Berichtes telefonierte ich die Kliniken in H. durch, bis ich bei einer Einlieferung eines Patienten unter dem Namen „Robert Müller“ fündig wurde. Da das Geburtsdatum übereinstimmte, berichtigte ich mündlich seinen wahren  Geburtsnamen Robby Müller und ließ mich mit dem zuständigen Arzt auf der Intensivstation verbinden.

Die Verlegung nach Halle basierte nach Aussage der Ärzteschaft auf den besseren Behandlungsmöglichkeiten und auf generelles Vorhandensein eines Überdrucktankes, wovon laut Aussage nur zwei im Bundesgebiet vorhanden sein sollen.

Laut mehrerer Internetseiten , z.B. http://www.illerhecht.de/ratgeber/druckkammer_d1.php befinden sich 24 Tanks mit 24-Std.-Bereitschaft im Bundesgebiet; vier davon in Niedersachsen, einer auch im Druckkammerzentrum Hannover. Auch in Braunschweig befindet sich ein Druckkammertank, allerdings ohne 24h-Bereitschaft. Meiner Meinung nach wäre ein kürzerer Weg die bessere Wahl gewesen, wobei ich die Frage der Verfügbarkeit nicht vollständig klären konnte. Zum richtigen zeitlichen Verlauf möchte ich hier noch die spätere Erkenntnis einfügen: Ärzte sind verpflichtet, potenzielle Organspender sofort zu melden; auch ohne Wissen und Zustimmung der Angehörigen. Worauf sich dann die folgende (Be-) Handlung ausrichtet, bleibt unter ärztlicher Schweigepflicht…

Der sehr freundlich und offen scheinende Arzt – der Name ist mir in diesem Moment nicht im Gedächtnis geblieben – klärte mich über Robbys Zustand auf. Es lag eine CO-Vergiftung vor ; mein Sohn wird auf vorerst unbestimmte Zeit in einem Überdrucktank entgiftet; es könne noch nichts über weitere Chancen oder Folgen gesagt werden; er machte mich aber schon vorsichtig mit Begriffen wie „Behinderung“ und „Tod“ vertraut. Von einem Besuch in diesem Zustand riet er mir ab. Der Anruf erfolgte nachweisbar um 15.35 Uhr ; zu dieser Zeit hielten sich schon Besucher für Robby auf der Station auf. Ich erhielt die Durchwahl und könne jederzeit das Befinden und die Umstände meines Sohnes erfragen. Gleichzeitig wurde mir zugesichert, mich über die von mir angegebenen Telefonnummern zu benachrichtigen, wenn sich irgendetwas abzeichnen sollte. Im Nachhinein muss ich sagen, daß die Klinik in keinem Augenblick mit mir in Kontakt getreten ist, und ich es auch bereue, nicht sofort losgefahren zu sein.

Am Abend erreichte ich telefonisch die Mutter von Robby. Bei dieser Gelegenheit erfuhr ich, daß auch Sie nach eigenen Worten nicht über den genauen Aufenthalt unseres Sohnes informiert wurde. Natürlich stand sie unter dem Druck der schockierenden Ereignisse und wurde zudem seelsorgerisch betreut. Ich informierte sie über den Kontakt zum Klinikum H. und gab ihr auch die Telefonnummer. Nach einer schlaflosen Nacht – und das erste Mal in meinem Leben zu höheren Instanzen betend – rief ich am Vormittag im Klinikum H. an. Eine unfreundliche Mitarbeiterin dort sagte mir, die Angehörigen sollten sich doch etwas koordinieren in ihren Nachfragen… Ich erklärte ihr trotzdem noch, daß die Elternteile mehrere hundert km auseinander wohnen. Zumindest konnte ich daraus folgern, daß Robbys Mutter dort angerufen hat… Sie sagte mir daraufhin, daß sie mit ihrer Familie heute ( Montag ) zu Robby fährt und ich dieses am Dienstag tun sollte.

Laut Aussage des Klinikums besteht Besuchsrecht auf der ITS nur von 16-18 Uhr und nur für zwei Personen. Im Nachhinein stellte ich aber fest, daß diese offizielle Regelung großzügig gehandhabt wird und daß sogar unberechtigte Personen und Nichtangehörige zu Robby gelassen wurden. Am späten Montag Nachmittag bekam ich von meiner Tochter – welche ich hier aufgrund ihres Zustandes und ihrer Verletzlichkeit in dieser Trauerphase soweit wie möglich außen vor lassen möchte – die Nachricht, daß Robby tot sei. Diese Aussage begründete sich natürlich nur auf der Auskunft der Ärzte. Ich übermittelte diese Nachricht an meine Eltern etwas differenzierter, indem ich ausdrückte, daß es sehr schlecht um Robby stehen würde. Natürlich begründete sich diese meine Ansicht auch auf ein Nichtwahrhabenwollen; andererseits auch auf den Erkenntnissen und Erfahrungen, die ich bisher durch persönliches Umfeld und Internet-Recherchen über unser allmächtiges Gesundheitssystem erlangt habe. Da ich mich mit angezerrten Nerven, unausgeruht und mit weichen Knien nicht sehr fahrtauglich fühlte, konnte die Mitfahrt mit meinen einstigen Schwiegereltern für den Dienstag arrangiert werden.

So fuhren wir am Dienstag Mittag nach H.; fanden das Klinikum nicht sofort und trafen am Objekt gegen 15.30 Uhr ein. Die Zeit von 15-16 Uhr war wohl noch für neurologische Spezialisten reserviert – im Nachhinein weiß man dann, es war die abschließende und rechtlich ausreichende bestätigende Untersuchung…

Ich traf Robbys Mutter und meine Tochter, welche weit eher in der Klinik eingetroffen waren, völlig erschüttert vor dem Eingang der Klinik an und wurde hier zum ersten Mal direkt mit der Tatsache „hirntot“ und nicht „tot“ konfrontiert. Desweiteren – ein paar Minuten später – sagte mir Robbys Mutter, daß sie schon einer Organspende zugesagt habe und ich nichts dagegen mehr unternehmen könne. Sie sagte auch „Ich weiß, daß es Dir nicht gefällt“… Den genauen Wortlaut kann ich vielleicht so nicht wiedergeben; ich schwöre aber alle notwendigen Eide auf den dargestellten Sinn. Im Gespräch mit ihr und meiner Tochter wurde mir erklärt, daß sich irgendwann die ganze Familie über dieses Thema unterhalten und sich jeder für eine Organspende ausgesprochen hatte. Ich hatte in diesem Moment auch keinen direkten Anlass, daran zu zweifeln, da meine Tochter die Aussage bestätigte. Schlechthin jedoch will ich bezweifeln, daß sich ein 24jähriger junger Mann, der gerade erst im Leben angekommen schien, in diesem Ausmass darüber Gedanken gemacht hat … und ob er auch den gängigen Tatsachen entsprechend gefragt wurde, ob er zum Spender werden möchte, wenn er nicht tot sei, sondern nur für hirntot erklärt würde und etwa drei Prozent seines Körpers momentan nicht funktionieren

Wie sich jeder in Kenntnis setzen kann, ist die Hirntod-Theorie, mehr ist es leider nicht, nicht vollständig beweisbar und in Wissenschaft, Ärzteschaft und Religion heftigst umstritten. Neueste Artikel in Fachzeitschriften sowie Beiträge auf nationalen und internationalen Ärztekongressen stellen diese Thesen schon sehr lange infrage, die leider heute noch geschult, gelehrt und per Gesetz verteidigt werden. Der Hirntod kann nicht 100prozentig festgestellt werden und ist auch keinesfalls gleichzusetzen mit dem wirklichen Ableben eines Organismus. Die Methodik der Beweisführung wird in vielen Ländern unterschiedlich gehandhabt; es gibt kein schlüssiges und sicheres Verfahren.

Die Tragweite der Ereignisse und Entscheidungen konnte ich zu diesem Zeitpunkt einfach nicht erkennen und verarbeiten – ich wollte mir einfach mein EIGENES Bild machen und so schnell wie möglich zu meinem Sohn.

Wir gingen auf die Station und verbrachten geraume Zeit im Warteraum, in dem wir uns in grüne Wegwerfkittel hüllen mussten. Der zuständige Oberarzt holte uns ab und bat uns in einen grösseren Besprechungsraum, in dem wir Platz nahmen. Der durchaus sympathische und sicherlich auch psychologisch wie rhetorisch geschulte OA Dr. X erklärte uns den derzeitigen Stand aus für mich rein gesetzeskonformer Sicht: Am Dienstag, den 22.02.2011 um 12.40 Uhr wurde mein Sohn Robby für hirntot erklärt und damit laut geltendem Gesetz für 100 Prozent tot befunden.

Ich erlaubte mir- in diesem Augenblick noch relativ unwissend – trotzdem ein genaueres Nachfragen betreffs der Feststellung der Fakten, unter anderem zur Hirnstrommessung. Der Oberarzt erklärte mir, daß die Schreibstreifen der Neurologen betreffs der Hirnströme eine Linie zeigten und diese noch zu beschaffen wären, ich aber eh nichts damit anfangen könne. Er wusste natürlich nicht, daß ich auf völlig anderem Arbeitsgebiet auch mit Datenschreibern, mikroVolt und -Ampere umgehe. Was ich aber erfahren wollte war, daß die Hirnströme nur an der Kopfoberfläche eines geschwollenen Gehirns gemessen werden. Dies bietet nach wissenschaftlichen Feststellungen und auch meiner Meinung nach keinen definitiven Aufschluss über eventuelle innere Vorgänge im Stammhirn und anderen Regionen. Daraufhin wurde ich auch von Robbys Mutter bedrängt mit der Frage, ob ich denn nun klüger sein wolle als die Ärzte … ich hatte wohl nicht die Kraft und noch nicht das Wissen, um eine weitere Diskussion aufrechtzuerhalten. Leider.

Wir konnten jetzt, meinem Gefühl nach vielleicht für 60 – 70 Minuten, zu Robby an das Krankenbett. Er lag wie schlafend dort, die Beatmung wurde von Maschinen aufrechterhalten ; das Herz schlug … Ohne äußere Verletzungen ließ dieses Bild sicherlich bei allen Beteiligten noch einmal innerlich an den festgestellten angeblichen Tatsachen zweifeln.

Ein kleiner unbedeutender Fakt störte das Bild einer sauberen und klinisch reinen Intensivstation – Robbys Haare rochen noch sehr stark nach dem Brand; selbst meine Hände nach Stunden noch…

Wir konnten ihn berühren, streicheln, mit ihm reden… Für mich war Robby keinesfalls tot oder schon sehr weit weg. Ich muss dazu bemerken, daß ich mich schon sehr viele Jahre über Energiefelder, Schwingungen und feinstoffliche Gegebenheiten in wissenschaftlicher wie auch esoterischer Sicht informiert und belesen habe. Für mein alleiniges körperliches und seelisches Empfinden hat Robby noch gelebt und uns verstanden. Als intuitiver Mensch kann mir NIEMAND die Beachtung eines „Bauchgefühles“ ausserhalb jeder harten medizinischen, sich inzwischen auch gelegentlich als falsch herausgestellten Nüchternheit ausreden…

Zwischendurch wurde die Mutter von Robby aus dem Raum gebeten für ein Gespräch; vermutlich mit einer Vertreterin der schnell und gut funktionierenden Industrie des Organtransplantationswesens. Ich habe das nur unterbewusst und im Nachhinein zur Kenntnis genommen.

Festhalten muss ich noch einmal absolut konkret und unter Eid:

Ich wurde als Robbys Vater zu keinem Zeitpunkt von irgendjemandem, einem Arzt oder der Kindesmutter, zu dieser Entscheidung befragt und wurde zu keinem Zeitpunkt an irgendwelchen Gesprächen oder Entscheidungen beteiligt !!! Wäre ich in diesem Augenblick über alle Umstände so gut informiert gewesen wie einige Stunden später, hätte ich wohl sofort einen Anwalt angerufen, oder mich mit Handschellen an Robby gefesselt. Auf eine konkret an mich gerichtete Frage hätte ich mir mindestens einen Tag Bedenkzeit ausgebeten. Ich war der festen Überzeugung, nun jeden Tag solange es geht bei ihm sein zu müssen. Uns allen wurde gesagt, daß sich die Untersuchungen über 2-3 Tage hinziehen würden; in der Nacht erfolgten Untersuchungen an Blut- und Gewebeproben. Der gängigen Praxis zufolge – und in Bezug auf den weiteren Verlauf – war all dies zu diesem Zeitpunkt schon lange geschehen. Ich fragte die anwesende Krankenschwester, ob ich am nächsten Tag vormittags zu ihm könnte; es wurde mir unter Bezeugung meiner Tochter zugesichert, am Mi vormittag Robby dort auf der ITS besuchen zu können.

Meine Naivität scheint mir im Nachhinein grenzenlos ; darf man denn nicht einmal solchen Aussagen Glauben schenken ???

Ich fuhr mit Familie C. zurück nach Heidenau; besuchte noch kurz meine Eltern, welche ebenso entsetzt von dieser von Robbys Mutter getroffenen Entscheidung waren. Telefongespräche wurden in sehr hohem emotionalem Status geführt, brachten aber  keine Veränderung der Situation. Zuhause angekommen setzte ich mich sofort an den Rechner, um über mir vorgespiegelte Tatsachen mehr Wissen einzuholen.

Zuerst traf mich recht heftig die schockierende Gesetzgebung in Deutschland – für das Inkrafttreten der Maschinerie „Organentnahme“ reicht EIN mündlich ausgesprochenes Ja EINES Elternteiles und ist unwiderruflich, solange eine Einspruchsfrist nicht schriftlich festgehalten wird!!!

Welche katastrophale Rechtssprechung, allein nützlich zum Überrollen der unter Schock stehenden Betroffenen!!! Für mich in diesem Augenblick unfassbar, aber ein Fakt, der nur sehr wenigen Mitbürgern bekannt sein dürfte. Sicherlich ist auch irgendwo die Rede von einer „moralischen Bedenkzeit“ – das ist für niemanden vorgeschrieben oder verbindlich…

Weiterhin holte ich mir alle verfügbaren Informationen über die Hirntod-Theorie, vorhandene Widersprüchlichkeiten, neueste Erkenntnisse, Erfahrungsberichte und natürlich die Fakten der eigens dafür eingerichteten Seiten. Durch private Kontakte wurde ich auch schon weit vorher mit den durchaus vorhandenen Fehldiagnosen und Widersprüchlichkeiten konfrontiert .Die Auseinandersetzung mit den konkreten Fällen und Fakten ließ nur einen Schluss zu: die derzeitigen Gesetze und verbreiteten Lehrmeinungen wurden meiner Meinung nach nur zugunsten der Gewinnung von Organen konstitutioniert. Man sollte dazu noch wissen, daß durch Organtransplantation und Folgemedikamentation vom Pharmawesen riesige Summen umgesetzt werden.

Nach gefühlten dreißig Minuten Schlaf suchte ich am Mittwoch Morgen telefonisch den Rat eines befreundeten Rechtsanwaltes. Er legte mir nahe, sofort in das Justizzentrum Halle zu fahren und dort eine einstweilige Verfügung einzuholen. Mich begleitete heute meine Schwester; wir fuhren zuerst in die Klinik, um dort meinen Einspruch hervorzubringen und eventuell erforderliche Rechtsmittel anzudrohen. Auch meine Tochter war wieder unterwegs in Richtung Halle. Der zuständige Oberarzt kam nach ein paar Minuten zu uns in den Warteraum; ich verkündete meinen Einspruch gegen die Organentnahme und konnte erst jetzt ausdrücklich aufgrund der für mich neu wahrgenommenen Sachlage der Informationen die Diagnose anzweifeln.

Nach Darstellung meiner Ansicht begegnete er uns mit den Worten:

„Da haben wir jetzt ein Problem…“Innerhalb weniger Minuten stieg ganz langsam die Gewissheit in mir herauf, was dies bedeutete… Ich musste den Raum verlassen, erstmal an die Luft. Irgendwann bin ich wieder nach oben gegangen; wir diskutierten noch einen für mich unklaren langen Zeitraum mit den zwei verantwortlichen Oberärzten über gesetzliche, moralische und ethische Werte mit der letztendlichen traurigen Feststellung meinerseits, daß alles sicherlich rechtskonform – auch nach meinem Überblick mit der vier Wochen später erfolgten Einsicht in die Patientenakten – verlaufen war; jedoch für die betroffenen Beteiligten auf sehr fragwürdigem ethisch-moralischem Niveau. Herr OA Dr X… hat sich mehrfach, auch bei der späteren begleiteten Einsichtnahme in Robbys Akte, bei mir entschuldigt für diese rasanten und für die Betroffenen – zumindest für mich – nicht nachvollziehbaren Aktionen .

Zu diesem Zeitpunkt lag Robby schon überführungsvorbereitet im Keller…

Warum lässt man einem jungen, bis dahin gesunden Menschen nicht einmal die Chance auf eine oder zwei Wochen Regeneration? Selbst der Rückgang einer Hirnschwellung dauert in der Regel 1-2 Wochen. Warum hinterfragt man nicht ein weiteres Mal alles? Warum lässt man dann diese Menschen nicht begleitet und von allein gehen? Warum muss man sich wie Geier über Nacht auf einen noch lebenden Menschen stürzen?

Dieses „noch lebend“ steht für mich persönlich außer jeder Frage; der Organismus ist ein sehr komplexes Werk, den Sinn des Lebens und der Seele hat wohl auch ein Herr Oberarzt noch nicht durchschaut …

Sicherlich müssten Neurologen auch das enterische Nervensystem (ENS) kennen ; es ist anatomisch als auch in seinen Funktionen unabhängig von Gehirn und Rückenmark. Das umgangssprachliche „Bauchgehirn“ besitzt rund 100 Millionen Nervenzellen ; es sind alle Gruppen von Neurotransmittern vorhanden , die auch im Gehirn zu finden sind . Zelltypen , Wirkstoffe und Rezeptoren sind exakt gleich . Einige Forscher sind der Meinung , dass das „Bauchgehirn“ eine Kopie den Gehirns ist , welches gewissermaßen auch autark arbeitet . Nun bin ich nicht so naiv , dass ich an ein selbstbestimmtes Leben ohne intaktes Gehirn glaube – es geht mir mehr um die Empfindungen eines noch lebenden Menschen ! Zum Zweck der Organgewinnung werden diese Fakten vom „Gesundheitswesen“ wohl absichtlich ignoriert … Meiner Meinung nach hat Robby von dieser menschenverachtenden Maschinerie keine Chance mehr bekommen ; auch nicht die Möglichkeit , in Frieden zu gehen…

Ich habe noch einen Eintrag in die Patientenakte gefordert und diesen auch mit folgendem Wortlaut als Ausdruck der elektronisch geführten Akte erhalten (Zitat):

„Auf expliziten Wunsch des Patientenvaters, Herrn Uwe Müller, wird hiermit als Aktennotiz festgehalten, daß der Vater des Patienten die Diagnose Hirntod anzweifelt und sich jetzt gegen eine Organentnahme bei seinem Sohn ausspricht.“

Unterschrieben : Uwe Müller

OA Dr. med.. .. .. OA Dr. med.. .. ..

Zur Bemerkung sei nochmals angefügt und beeidet, daß ich mich in keiner Sekunde FÜR eine Organentnahme ausgesprochen habe! Ich wurde hier wissentlich übergangen; nach meiner Meinung und für mein persönliches Rechtsempfinden stellt dies eine Straftat dar. Die Patientenakte wurde bis zu diesem Zeitpunkt trotz mehrmaligem täglichen Hinweis aller Beteiligten auf den richtigen Geburtsnamen meines Sohnes unter dem falschem Namen „Robert Müller“ geführt – ein fader Beigeschmack und für mich ein weiterer Beweis, daß hier nicht der Patient schlechthin im Mittelpunkt steht, sondern die sich daraus ergebenden „Vorteile“. Letztendlich lauteten alle Befunde und Untersuchungen auf falschen Namen.

Nach meiner Meinung wurde mein Sohn Robby per Organentnahme am lebenden Körper am 23.02.2011 gegen 5.00 Uhr auf widerlichste Weise getötet. Die anonymen, kaltherzigen und egozentrischen Täter werden vom Gesetz vor Strafverfolgung geschützt.

Meine Tochter war zwischenzeitlich auch eingetroffen; wir unternahmen zusammen noch den schweren letzten Gang in die eisigen Kellergewölbe des Klinikums. Was mir dort zur Abschiednahme angeboten wurde, möchte ich jetzt hier nicht beschreiben. Bitte lesen sie den körperlichen Zustand der so ausgenutzten Patienten anderswo nach; es gibt echt treffende Beschreibungen. Die Gewissheit kam nun in brutalster Form über mich gerollt – hier liegt nicht mehr dein Sohn… Augen und Mund mit Mullbinden abgeklebt ; kaltes Grau im kalten Keller …

Ich hatte so sehr gehofft, ihn noch im Vortagszustand, lebendig und warm, anzutreffen – der Unterschied innerhalb der wenigen Stunden ist nicht zu beschreiben und hat mich schwerst verletzt. Ich habe ihm noch einen CD-Player mit seiner Musik mitgebracht, weil ich wußte, er verarbeitet das alles noch.

Ich bin zutiefst erschüttert über das Tempo dieser Mechanismen, über die rechtliche und praktische Ausnutzung des Unwissens über wahre Tatsachen und über den Umgang mit komatösen und eventuell sterbenden Menschen!!! Ich werde diese meine Meinung auch an die Öffentlichkeit tragen und mich dafür einsetzen , dass mehr Mitbürger besser informiert werden und entschieden selbstverantwortlicher mit diesem Thema umgehen. Mein Vertrauen in diese lebensverachtende und kalte Mechanik der Gesetze und  Vorschriften ist zutiefst erschüttert; die Verletzungen und seelischen Schmerzen der Angehörigen sind untragbar.

Ich versichere, meine Darstellung nach bestem Wissen und Gewissen gemacht zu haben und kann jeden Punkt beeiden. Ich kann nur all meine Hoffnung dahin ausrichten, daß Robby das alles nicht mehr gefühlt hat; ich kann es mir niemals verzeihen, ihn allein und in diesen Fängen zurückgelassen zu haben. Es gibt genügend Erkenntnisse und Beispiele , dass komatöse Patienten ohne Möglichkeit der Äußerung noch viel mehr mitbekommen haben , als je ein Schulmediziner sich vorstellen kann …
Die Ungewissheit wird zumindest mich zeitlebens bedrängen und begleiten ; zu 100 % beweisen, daß er wirklich gegangen war und nichts mehr gespürt hat kann mir leider niemand;

kein Wissenschaftler,
kein Arzt,
kein Angehöriger ….


Auszug – Epilog

Ich hoffe, daß jeder Leser auch darüber nachdenkt, wie er in solchen Fällen handeln oder entscheiden würde …

Liebe Mitbürger – es gilt auf allen Ebenen des heutigen Daseins; bitte übernehmt mehr Selbstverantwortung, glaubt keinen Medien und esst nicht alles, was man euch in den Napf wirft …es gilt zu achten auf sich selbst, auf das Umfeld und auf die Hintergründe der Meinungsmacher!!! Wenn ihr alles hinterfragt und bis zum Letzten vordringt, werdet ihr feststellen – es geht heute nur noch um Geld , Geld , Geld … der Mensch als solches ist heute Ersatzteilspender und wird vermarktet. Eine Maschine kann man wohl im Detail betrachten – ein menschliches Wesen ist um einiges komplexer; ganz zu schweigen vom derzeitigen Stand des Wissens um die Seele, die Lebens- und die in uns wohnende Quantenenergie…

Wenn die Wissenschaft an Grenzen stößt, darf man nicht irgendwelche Thesen und Vermutungen als bewiesene Tatsachen verkaufen! DU bist das undurchschaubare komplexe Wunder; ein Energiekörper, für den es keine zutreffende und vergleichbare Erklärung gibt!!!

Ich bin KEIN Organspender und konsequenterweise auch KEIN Organempfänger! Ich möchte komplett „gehen“ und nicht nur am Leben erhalten werden, um mit eventuellem Bewusstsein auf dem Gabentisch zu landen !!!

Uwe Müller

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